Kapitel 7 : Islay / Lagavulin

Lagavulin und eine Schlange

Kapitel 7… das heißt also, ich bin schon eine Woche in der großen weiten Welt des Whiskys unterwegs, die Halbzeit steht aber noch bevor. Heute war Auftakt der Feis Ile und Destille des Tages war Lagavulin. Lagavulin ist eine Brennerei die ich sehr schätze, auch ich war bei meinem ersten Dram vom 16jährigen erstaunt, was alles so geht. Die Beschreibungen die ich dann im Laufe der Zeit von Freunden oder Gästen so gehört habe, bewegten sich zwischen Faszination und Ekel, irgendwer nannte ihn mal Käsefußwhisky… Durch den großen Erfolg dieses Lagavulin 16 Jahre, mußte die Produktion den Bedürfnissen des Marktes schnell angepaßt werden, niemand konnte 16 Jahre im voraus mit diesem Erfolg rechnen. Die Produktpalette bietet in den letzten Jahren also nur den 16jährigen, einen 12jährigen in Fassstärke und die Distillers Edition, bei denen noch ein Finishing im Pedro Ximenez Sherryfaß stattfindet. Den unverhältnismäßig teueren 21jährigen und einige Sonderabfüllungen lasse ich mal außen vor. …nun ging es heute also zu Lagavulin, dort angekommen, war dort eine Schlange zu sehen, wie es sie vielleicht damals im Osten gab, wenn die Konsum Kaufhalle Bananen verkaufte. Obst gab es bei Lagavulin freilich nicht, dafür eine dieser bereits erwähnten Sonderabfüllungen. Die Feis Ile Sonderabfüllung dieses Jahres ist ein 1995er aus Sherryfässern, etwas über 3000 Flaschen wurden abgefüllt, so das ich meine kostbare Zeit heute auch nicht dem Anstellen widmete, sondern meine Flasche in den nächsten Tage holen werde. Als eine der ersten Amtshandlungen mogelte ich mich aus Versehen in ein ausgebuchtes Tasting, ich nahm die vorhandene Kette nicht wirklich wahr und wurde Zeuge, wie man aus dem guten Zeuchs Cocktails mixen kann… Niemand bemerkte es, falls DIAGEO dieses Jahr rote Zahlen schreiben sollte, bin bestimmt ich schuld…

Die Brennblasen von Lagavulin erinnern an Birnen

Weiterhin konnte man an einem Gewinnspiel teilnehmen, wo es das Alter dreier Samples zu erraten ging, es gab Futterstände mit Austern und anderen Fischkram, es spielten Livebands und es gab Tastings, allesamt ausgebucht, Ulli hatte Glück und bekam noch eine Karte von einem Bekannten. Den Lagavulin 16 und die Distillers Edition konnte man mehr oder weniger unbegrenzt für lau nachschenken lassen. Außerdem noch zu erwähnen ist das Wetter, ich habe selten so schöne Fotos hingekriegt, wie heute, mit einem blauen Himmel vom Feinsten, so wie sich das gehört… Abends ging ich zum Inder, bei dem ich vor zwei Jahren auch schon öfters war. Für dieses Restaurant kam das Festival offenbar sehr plötzlich und unerwartet. Der Laden war brechend voll, etwa 5 Leute standen immer da und warteten auf freiwerdende Plätze und nochmal etliche Leute warteten auf Takeaway Essen, zumal klingelte das Telefon ununterbrochen für Bestellungen. Das angedachte Personal für das alles : einer. Der konnte einem schon leid tun, besonders schön war dann eine 1a Slapstickeinlage aus der Küche mit vollen Tabletts a la Dinner For One, aber sauber aufgefangen Nach einer Stunde hatte ich dann auch etwas auf dem Teller und konnte dann noch zur zweiten Halbzeit ins Pub das Champions League Finale schauen. Das sollte es auch für heute gewesen sein, die Distillery für den morgigen Tag heißt Bruichladdich, mal sehn was da so geht… Achso, eins noch… heute früh beim Frühstück sah ich in den Nachrichten, das gestern ein großer Teil der Glasgow School Of Art abgebrannt ist, das ist sehr schade, erst vor ein paar Tagen war ich dort und habe Fotos von ihr gemacht, nun das… Tragisch auch für die Studenten, deren Abschlussarbeiten Opfer der Flammen wurden…

Lagavulin vom Steg aus

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