Kapitel 4 : Glenmorangie, Clynelish & Dornoch

Glenmorangie

Manchmal entscheiden ja auch Unregelmäßigkeiten über das gut und schlecht eines Tages. Den Übernachtungsort Dornoch habe ich einzig und alleine (vorher hatte ich den Namen noch nie gehört…) deshalb gewählt, weil er der Wohnort von Ian Gray ist. Wer etwas tiefer in der Whiskymaterie steckt weiß, das Ian ein Kunstmaler ist, bei dem sich sehr viel um das Thema Whisky dreht, ähnlich wie bei seinem deutschen Pendant Alfred Prenzlow. Ich habe Ian im Frühjahr auf Islay kennengelernt und Ulli kennt ihn schon sehr lange. Der Plan für heute sah eigentlich vor, das wir uns nach der Besichtigung der Distillen treffen und dann… Limo trinken, oder etwas anderes… Leider musste Ian absagen, er kommt erst morgen mittag zurück und wir werden uns wenn, dann nur kurz sehen, vielleicht auf eine Fantalänge… 

…der Reihenfolge nach… Distillery No. 45 die ich besichtigte war heute morgen um 10 Glenmorangie. Glenmorangie ist der meistverkaufte Single Malt Großbritanniens und weltweit auch in der Top 5. Der Besitzer Moët Hennesey versteht es genau wie bei der Schwesterdistille Ardbeg immer wieder, mit geschickter Promotion – aus guten, aber eher banalen Sachen, gehypte Whiskys zu produzieren und damit auch noch Preise zuhauf einzuheimsen… Respekt, aber nicht meine Baustelle. Die Tour mit einer Oma um die 70 war ganz amüsant, fotografiert werden durfte auch hier nicht, ich hake Glenmorangie einfach unter Nummer 45 ab. Nummer 46 war Clynelish, eine Diageo Brennerei, bei der ich vorsichtshalber keine Erwartungen hatte und wurde so auch nicht enttäuscht, bleibt Nummer 46. 

Die Clynelish Distillery wurde 1967 gebaut.

Gleich neben der neuen Clynelish Distillery liegt die alte Brennerei, welche bis 1983 Whiskys mit dem Namen Brora produzierte, im Dornröschenschlaf.

…aber dann abends… Ian hatte uns gleich das Dornoch Castle empfohlen, ein sehr gutes Hotel, Restaurant und vor allem Whiskybar. Wir kamen rein und ich habe mich sofort als quasi Kollege vorgestellt und Ulli brauchte auch nicht lange umz u zeigen, das er ein wenig Ahnung hat. Promt hatten wir schonmal als Begrüßung einen Tomatin aus den 1970ern im Glas, über den die beiden Inhaber gerade diskutierten. Nachdem wir etwas gegessen hatten ging dann ein rarer Malt nachdem anderen über den Tisch, wir teilten diese immer und unterm Strich waren es immer faire Preise. Highlights ?… schwierig, der Glenfarclas 1966 und der Highland Park 37y Scotts ganz sicher, aber auch ein alter Grain von Lochside, ein 1973er Bowmore…, die Jungs haben zwar nur etwa halb so viel wie das Offside, aber dafür sind es fast ausschließlich Raritäten, ein Blend von 1940 (Berry Bros. war auch dabei…) Das Restaurant und die Bar waren hervorragend organisiert, die beiden Inhaber Simon und Phil (Brüder, 28 und 30 Jahre (!!!)alt) waren immer ansprechbar und kannten in ihren jungen Jahren Abfüllungen, die z.T. von ihren Urgroßvätern stammen mussten. Der eine oder andere Dram zum probieren war auch dabei und am Ende hat uns Phil noch mit dem Auto die ca. 3 km zur Unterkunft gefahren… Ich kann nur sagen, das war absolute Spitzenklasse. Ich hoffe, das die beiden mal nach Berlin kommen und ich mich etwas revanchieren kann. Morgen mittag werden wir vielleicht Ian treffen,ansonsten ist wichtig, 19 Uhr mit der Fähre gen Orkney abzulegen. Wenn alles gut geht

werden wir vorher bei Wolfbarn, einer neuen Destille, die noch keinen Whisky auf dem Markt hat vorbeischauen. Ich melde mich dann morgen aus Kirkwall von den Orkney Islands zurück…

 

 

Die Whiskybar im Dornoch Castle.

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