Kapitel 2 – Tomatin, Glen Ord & Alness

Kapitel 2  – Tomatin, Glen Ord & Alness

Eigentlich war für heute noch ein wenig Sightseeing in Inverness vorgesehen, Ulli hatte darauf aber wenig Lust und mir persönlich war es eigentlich auch nicht so wichtig, das Stadtzentrum der ca. 45.000 Einwohner Stadt ist in wenigen Minuten abgelaufen und an irgendwelchen tollen Läden gibt es warscheinlich auch nicht mehr als anderswo… Nach kurzer Überlegung fiel mir ein, das die Brennerei Tomatin auch keine 20 Meilen entfernt liegt und wir beiden noch nicht dort waren. 
 

Tomatin Distillery. Das hässliche schwarze Gebäude ist der Malzspeicher.


Also gesagt, getan, nach einer halben Stunde auf der A9 waren wir da. Von einigen Leuten hatte ich nicht viel gutes über die Führungen bei Tomatin gehört, nun das kann ich ganz und gar nicht bestätigen, die Tour war gut, wir waren auch die einzigen und haben uns auch gleich als Kenner der Materie geoutet. Sehr interessant war eine an der Seite offene (ehemalige) Mashtun, zu deutsch Maischebottich. Das Teil stammt noch aus der Zeit, als Tomatin mit glaub ich 23 Brennblasen die größte Maltdistillery der Welt war. Apropos Brennblasen, die konnte man bei Tomatin von unten besichtigen. 
 

Innereien einer Mashtun (Tomatin) 


Tomatin. Stillhouse, ehemals 23 Brennblasen

Fotografieren war überall gestattet, zum Abschluß durfte noch ein wenig probiert werden, wir waren zufrieden und ich kann die Tour durchaus empfehlen. Später konnte ich noch eine Flasche aus einem Distillery-only Faß abfüllen. Es ist ein 11jähriger aus dem Bourbonfass, sein Kollege aus dem Sherryfass kam bei mir nicht so gut weg…, somit ist auch bereits die erste Flasche im Gepäck… (hat ja nicht solange gedauert 😉 
 

Glen Ord Distillery


Danach ging es wieder Richtung Norden. Die A9 überquert den Moray Firth auf einemeindrucksvollen Bauwerk, der Kessock Bridge, über einen Kilometer lang,1976-1983 vom deutschen Architekten Hellmut Homberg entworfen. Nicht allzu weitdanach biegt man in einen der tausend Kreisverkehre nach links ab und fährt durch eine Ordschaft namens Muir Of Ord, dann kommt man zur Distillery Glen Ord und deren Mälzerei. Glen Ord gehört zum Branchenriesen Diageo, hat ein Besucherzentrum und vermarktet einen Whisky namens Singleton Of Glen Ord, den es nebenbei gesagt nur in Asien z

kaufen gibt… (Nicht zu verwechseln mit dem Singleton of Dufftown, der von der Flasche her genauso aussieht…) nun ja, was soll ich sagen, eine Führung von Diageo ist doch arg auf Anfänger zugeschnitten, das ist ja auch ok, was mich dann immer nervt, ist diese Wichtigtuerei mit dem Fotoverbot, was einfach nur dämlich ist, aber darüber rege ich mich heute nicht mehr auf… Die Brennerei ist eine einzige Baustelle, die Kapazitäten werden in etwa verdoppelt, es wird ein zusätzliches Stillhouse gebaut, größer, weiter, höher, lauter…gnade Gott sollte der Whiskyboom nochmals so einen Absturz erleben wie Anfang der 1980er, dann gibt es viel einzumotten… Die Mälzerei ist natürlich nicht zu besichtigen, insgesamt lohnt sich der Besuch für Destillenerfahrene Leute nur, um die Liste zu vervollständigen, der Whisky, der übrigens zu über 95% in Blends verschwindet, ist jetzt auch nicht der Brüller. 

Danach ging es zur nächsten Unterkunft, Morven House in Alness, wir fuhren ins Storehouse of Foulies etwas essen ( Geheimtipp, sehr gutes Essen für günstig, Selbstbedienung und fast ausschliesslich Einheimische…), abends dann noch in die beiden Pubs im Ort (Ord war vorher…), nix dolles aber mit Bier… 
Morgen : Dalmore Distillery, Teaninich Distillery (wohl nur von aussen…), Invergordon (Stadt, nicht die Graindistillery)… Jetzt : Augenpflege… Bis morgen…

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