Musik 2026

choice#42 – April 2026

01 – KLEZ.E „Hymnus“

Der März ist geschafft… ab geht’s in den April… der weiß ja angeblich nicht, was er will… aber choice#42 fängt episch an. Der Song heißt „Hymnus“ und man muss dringend an The Cure denken… die fangen ihre Alben gerne mit solchen Soundteppichen an… „Plainsong“ von „Disintegration“ zum Beispiel. Die Band Klez.e hat ein Album namens „Desintegration“ veröffentlicht… ein gewisser Draht scheint offensichtlich vorhanden zu sein… dann kommen die Vocals… das ist ja gar nicht Robert Smith und außerdem deutsch… Die Band um Tobias Siebert kommt schließlich aus Berlin und The Cure als Vorbild zu haben, ist erstens nicht verwerflich und zweitens nicht gerade selten…

02 – THE TWILIGHT SAD „Get Away From It All“

…da kann man zum Beispiel mal nach Schottland schauen. Dort gibt es seit 2003 The Twilight Sad und auch die scheinen in das Werk von The Cure eingetaucht zu sein. Vor zwei Monaten waren sie hier bereits mit der Vorab-Single „Designed To Lose“ vertreten, nun ist das Album raus und ich habe es gehört und bin ziemlich begeistert. Die Band hat sich sehr positiv weiterentwickelt… früher waren mir die Alben in ihren Gesamtlängen etwas zu rumpelig und monoton, später war etwas zu viel Elektronik dabei, heute ist es bester Post-Punk mit ein wenig Gothic und New Wave… besonders charmant war und ist der Gesang von James Graham mit seinem schottischen Akzent. Gastmusiker auf der Platte, bei verschiedenen Songs mit unterschiedlichen Instrumenten, ist übrigens: Robert Smith. Der Robert Smith.

03 – GOLDEN HOURS „Heading For The Moon“

Mein persönlicher Superhit des Monats heißt „Heading For The Moon“ und stammt von der Band Golden Hours, die in Berlin und Brüssel beheimatet ist… es ist eine sogenannte Supergroup, die Mitglieder spielen bei Brian Jonestown Massacre, Joy Wellboy, Gang Of Four und anderen. Es ist ein angenehm finsterer, knochentrockener, gitarrenbetonter Sound mit der großartigen Stimme von Hakon Aðalsteinsson… irgendwo zwischen Swans, Crime & The City Solution und ja… auch die Lieblingsband The Church kommt mir in den Sinn. Ich bin seit Wochen gefangen von diesem Song, der Teil des gerade erschienenen Albums „Beyond Wires“ ist.

04 – DARKSWOON „Antivenom“

„Antivenom“ ist das Titelstück des gerade erschienenen dritten Albums der Band Darkswoon aus Portland, Oregon. Ursprünglich war Darkswoon eine Art Soloprojekt von Chefin Jana Cushman, inzwischen sind sie als festes Trio unterwegs und bieten einen sehr guten Mix aus Darkwave, Post-Punk, Dream-Pop und Shoegaze. In dem Song, der auf Deutsch „Gegengift“ heißt, geht es um den tragischen Tod eines nicht-binären Mobbingopfers und den Wunsch nach Heilung und Schutz gegen das „Gift“ von Hass und Intoleranz.

05 – THE JULIES „Chagall Pop“

Aus Philadelphia kommen The Julies, die jetzt auch zum dritten Mal hier auftauchen, diesmal mit „Chagall Pop“… einer Hommage an den Maler Marc Chagall (1887–1985). Die Songtexte beziehen sich direkt auf Chagalls charakteristische Motive, wie das Gefühl, über Feldern zu schweben („flying over fields“), und die Darstellung junger Liebender… das alles in schöner Shoegaze-Arrangierung… es war eine gute Idee der Band, die es in den 1990ern bereits gab, es nochmal zu probieren… „Cherisher“ ist ein prima Album.

06 – DEARY „Alma“

Das Debütalbum von Deary erscheint zwar gerade erst, trotzdem sind sie hier in der choice-Serie… genau… Serientäter… „Alma“ ist bereits der sechste Song des britischen Trios… und damit sind sie ziemlich weit vorne mit dabei. „Alma“ ist einmal mehr schimmernder Dreampop im Stil von Cocteau Twins und Slowdive und ich werde auch nicht müde, zu behaupten, dass Deary das süßeste Versprechen von Dreampop der Zukunft sind… die sind schließlich noch jung. Im Song geht es um ein Zwiegespräch mit seinem jüngeren Selbst.

07 – MIKI BERENYI TRIO „Island Of One“

Auch das Miki Berenyi Trio hat erst ein Album raus und war hier bereits häufig vertreten… nun ja… die haben natürlich deutlich mehr Erfahrung in der Historie von Dreampop und Shoegaze, sie waren auch als Piroshka hier und Lush war schließlich im Allgemeinen und auch ganz besonders bei mir einer der größten Player der ersten Shoegaze-Welle Anfang der 1990er, als es diesen Begriff noch gar nicht gab. „Island Of One“ ist jedenfalls eine neue Single und sie fällt ungewöhnlich poppig aus. Der Song hat Latin-Elemente und soll tatsächlich einen Song zum Vorbild haben, der auf choice#24 war, nämlich „Just A Western“ von Nilüfer Yanya… also ich wäre da nicht drauf gekommen, aber freu mich natürlich über diese für mich unerwartete Verbindung zweier sehr geschätzter Interpret:innen.

08 – POND „Terrestrials“

Pond lernte ich vor etwa 15 Jahren kennen… die Australier waren quasi die Livebesetzung von Tame Impala, im Studio hatte Kevin Parker damals auch schon alles selber gemacht… allerdings (zumindest was meinen Geschmack angeht…) deutlich besser als seine heutigen Pop-Sachen… damals gab es mehr Vergleiche mit Queens Of The Stone Age als heute mit… vielleicht Empire Of The Sun. Was beide Parteien dennoch verbindet, ist die Leidenschaft für Psychedelia, die Pond aber deutlich rockiger und mit mehr Gitarren interpretieren. „Terrestrials“ ist eine neue Single und einiges erinnert auch immer wieder an eine andere australische Band dieser Sparte, die mit etwas inflationären Veröffentlichungen etwas bekannter geworden ist: King Gizzard & The Lizard Wizard.

09 – APRICITY BRAVES „It’s Not Desire, Baby, I Yearn“

Hinter Apricity Braves steht das Indie-Projekt einer gebürtigen Schottin, deren Name nicht weiter bekannt ist. „It’s Not Desire, Babe, I Yearn“ ist der erste richtig produzierte Song der Band und er begeisterte mich mit seiner Vielseitigkeit… in den dreieinhalb Minuten des Songs, den ich in die Abteilung Indie-Rock stecken würde, wechseln Stimmung und Tempo mehrmals… vielleicht der Beginn einer bemerkenswerten Karriere(?)… ich wäre als Beobachter gern dabei.

10 – MEMORIALS „Dropped Down The Well“

Neben dem Megasong von Golden Hours gibt es diesen Monat einen zweiten krassen Ohrwurm, auch wenn der in ganz anderen Gewässern fischt. Das zweite Album der Memorials ist erschienen und genau wie beim ersten Album gibt es für meine Ohren zumindest einen Riesenhit… letztes Mal war es „Lamplighter“ (war auf choice#23), diesmal „Dropped Down The Well“, besonders kurz nach der Mitte, wenn diese geile Schweineorgel von Verity Susman auf den Bass von Matthew Simms trifft und daraus ein Stück Musik wird, bei dem die Tanzmaus McLarsen heimlich Pirouetten dreht. Matthew Simms ist übrigens seit 2010 Gitarrist bei einer meiner Lieblingsbands…

11 – WIRE „23 Years Too Late“ (24 Years Later Edit)

…nämlich Wire. Als die 1976 in London gegründete Band ihre ersten, wegweisenden drei Alben „Pink Flag“, „Chairs Missing“ und „154“ veröffentlichte, hörte ich, glaub ich, noch ABBA… jedenfalls keinen Punkrock… ich lernte die Band erst in den späten 1980ern kennen und konnte später dann auf die frühen Meisterwerke zurückgreifen. Wire starteten mit Punkrock auf „Pink Flag“, aber bereits dort gab es viele Stücke, die schon das waren, was wir heute als Post-Punk bezeichnen. Es gab mehrere, auch lange Pausen der Band und wann immer sie dann weitermachten, klang es nie wie das, was sie schon mal gemacht hatten. Aus dem Jahr 2007 stammt die EP „Read And Burn Vol. 3“… es war die letzte Veröffentlichung der Originalbesetzung, danach verließ Gitarrist Bruce Gilbert die Band und wurde später von Matthew Simms ersetzt. Der Song „23 Years Too Late“ ist im Original fast 10 Minuten lang. Letzten Monat erschien ein Reissue der EP mit einem neuen „24 Years Later Edit“… es ist halt nie zu spät für Wire.

12 – THE EARLY YEARS „The River“

Längere Pausen sind auch bei der nächsten Band The Early Years angesagt… ihr erstes Album erschien 2006, die Single „All Ones And Zeros“ lief seinerzeit in der Offside Playlist, das zweite Album kam 2016… da erklärt es sich ja quasi von selbst, dass das dritte Album der Londoner 2026 kommt. Eine Vorab-Single ist das Stück „The River“, das ähnlich einem echten Fluss erst langsam losplätschert, bis es am Ende zu einem reißenden Strom wird… da schwimmt viel Psychedelia mit… ebenso etwas Shoegaze und Elektronik… ein Grower im wahrsten Sinne des Wortes.

13 – ENDEARMENTS „Marianne“

Vor zwei Monaten waren Endearments aus New York mit dem Song „Real Deal“ auf choice#40 vertreten, inzwischen ist das Debütalbum „An Always Open Door“ erschienen und ein derartiger catchy Popsong wie „Marianne“ muss diesen Monat dringend mit auf den Sampler. Eigentlich gehört das als Hit ins Radio… kann ja noch kommen.

14 – DEATH CAB FOR CUTIE „Riptides“

Mit Death Cab For Cutie kommen alte Bekannte zurück. „Riptides“ ist der Vorreiter für ihr elftes Studioalbum, das im Sommer erscheinen soll. Der Song fängt unspektakulär an, ich hatte schon mit der Schulter gezuckt und wollte weiter skippen, doch plötzlich nimmt er Fahrt auf und endet in einem lauten Finale mit elektrischen Gitarren… doch prima, Herr Gibbard!

15 – THE AFGHAN WHIGS „House of I“

Alte Bekannte folgen auch im 15. Song dieser liebevollen Zusammenstellung. The Afghan Whigs sind zurück und bieten wieder eine gepflegte Melange aus Grunge-Rock und Soul… 30 Jahre, nachdem ihr Album „Black Love“ mein Album des Jahres wurde. „House Of I“ erinnert aber eher an das etwas optimistischer gestimmte Nachfolgealbum „1965“. Die Band begeht dieses Jahr ihr 40-jähriges Bandjubiläum und ein neues Album soll auch kommen.

16 – DRUG CHURCH „Pynch“

Wo wir schon bei etwas härteren Gitarren sind… es folgt eine neue Single der amerikanischen Post-Hardcore-Band Drug Church, von der Frontmann Patrick Kindlon sagt, dass der Song „Pynch“ einem Liebeslied am nächsten kommt… herzallerliebst.

17 – SCIMITAR „Razors“

Scimitar aus Los Angeles ist ein Trio, das im Post-Punk, Darkwave und Goth-Rock beheimatet ist. Die Single „Razors“ kommt wie ein Verschnitt aus The Cult und Xmal Deutschland. Sie sind übrigens nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen dänischen Black-Metal-Band, die sich ebenfalls nach einem Krummsäbel benannt hat.

18 – THE REDS, PINKS AND PURPLES „Worthy Of Love“

The Reds, Pinks And Purples hatten wir auch bereits öfter hier… das Projekt von Glenn Donaldson lässt nichts anbrennen und veröffentlicht gefühlt im Wochenrhythmus Musik… das hat ja bald Guided-By-Voices-Qualitäten bzw. in diesem Falle Quantitäten. Einerseits muss ich bei der Musik immer etwas an die Sachen des Sarah-Labels denken, andererseits auch an eine andere Band aus San Francisco: American Music Club. „Worthy Of Love“ von der demnächst erscheinenden Platte „Acknowledge Kindness“ lässt mich noch an einen weiteren Vergleich denken: The Go-Betweens… und das war jetzt ein Ritterschlag.

19 – ARLO PARKS „Beams“

Die beiden letzten Songs dieser Compi gehören aufstrebenden jungen Frauen, die derzeit in einem größeren Fokus stehen, als das hier meistens üblich ist. Als Erstes wäre da ein Stück vom neuen Album „Ambiguous Desire“ von Arlo Parks. „Beams“ konnte mich recht schnell gefangen nehmen… mit dem gesamten Album komme ich noch nicht so richtig klar… es ist deutlich elektronischer als die Vorgänger und „Beams“ sticht da angenehm raus.

20 – RAYE „Click Click Symphony. (feat. Hans Zimmer)“

Als Zweites ist da Raye. Die Londonerin hat ein Konzeptalbum über die vier Jahreszeiten veröffentlicht und tafelt darauf ziemlich üppig auf. „Click Click Symphony“ kreuzt R&B mit klassischem Orchester… arrangiert hat das kein Geringerer als Filmmusik-Legende Hans Zimmer. Nachdem ich beim letzten choice-Sampler ein amtliches Metal-Gewitter als letzten Song platziert hatte, gibt es diesmal diese so ungewöhnliche Kombination, die sowas von gut ist… vielen Dank fürs Lesen und Hören… bis zum Mai…

Plallist auf Apple Music und Spotify

choice#41 - März 2026

01 – KEELEY „Hungry For The Price“

Beim ersten Abspielen des Songs, der choice#41 eröffnet, war ich erstmal irritiert und habe geprüft ob ich noch irgendwas anderes mit Audio auf habe… da kommt nämlich eine amtliche Ansage der Deutschen Bahn… und in der Tat hab ich so gesehen… erstmal Bahnhof verstanden. Dann setzt die Musik ein, wir haben sehr schönen Dreampop, der sich wie ein ICE-Zug in Bewegung setzt… von München nach Düsseldorf… laut Text. Vorgetragen wird der Song, den ich rein zufällig gefunden habe, von KEELEY aus Dublin. KEELEY sind ein Trio um Sängerin, Gitarristin und Songwriterin Keeley Moss. Das dazugehörige Album „Girl On The Edge Of The World“ erschien am 20. Februar, also taufrisch… und sieh an… Miki Berenyi (Lush, MB3 etc.) singt mit, ebenso Sice von Boo Radleys… schaut man sich die Titelliste an, so liegt nahe, das es ein Reisebericht ist… und das ist auch der Fall, aber nicht wie man vermutet ein netter Blog über Interrail und Reisen, sondern die letzte Reise der Münchner Gymnasiastin Inga Maria Hauser, die im April 1988 allein durch Europa reiste und am 06.04.1988 in Nordirland ermordet wurde. Bis heute ist der Fall nicht aufgeklärt, bzw. der Mörder nicht gefunden… es ist einer der bekanntesten ungelösten Kriminalfälle Nordirlands. Keeley Moss hat sich der Sache angenommen und schreibt seit 2016 einen Blog darüber. Trotz des ernsten Themas haben wir hier ein sehr gutes Konzeptalbum mit besten Shoegaze/Dreampop meets Singer/Songwriterin… Es ist auch bereits das vierte Album der Band zu diesem Thema…– ein Drama als Lebensaufgabe.

02 – FAILURE „The Air’s On Fire“

Mit Failure kommt eine Band ins Spiel, deren Name mir seit Jahrzehnten vertraut ist, die mich aber irgendwie immer verpasst hat – obwohl Indie-Rock, Space-Rock, Heavy-Shoegaze und Post-Grunge eigentlich exakt mein Beuteschema sind.
Im April erscheint das neue Album der 1990 in Los Angeles gegründeten Band. Besonders Fantastic Planet (1996) war einflussreich. Nach der Trennung ging man bis 2014 getrennte Wege, 2015 folgte das Comeback-Album. „The Air’s On Fire“ ist nun die neue Vorab-Single – unaufdringlich, aber kraftvoll.

03 – HOLLOW SUNS „Back To Dust“

Hollow Suns – der Name klingt, als würde einem die sprichwörtliche Sonne aus dem Allerwertesten scheinen. Geografisch befinden wir uns allerdings im fernen Osten, in Tokio. „Back To Dust“ ist der Titelsong der im März erscheinenden EP. Musikalisch bewegen wir uns im Grunge-Gaze-Bereich à la Deftones, kombiniert mit stadiontauglichem Indie-Rock im Geiste der Foo Fighters. Warum sollte das nicht noch größer werden?

04 – BLACKWATER HOLYLIGHT „Void To Be“

Bereits im letzten Monat ahnte ich, dass Not Here Not Gone von Blackwater Holylight eine Top-10-Angelegenheit werden könnte. Die Vorab-Singles „Heavy Why?“, „Involuntary Haze“ und „Bodies“ machten Lust auf mehr – und das Album liefert.
Besonders „Void To Be“ hat es mir angetan: schimmernde, verträumte Gitarren, die zu mächtigen Wellen anschwellen, aus der Lärmwand taucht kurz eine Geige auf, verschwindet wieder – alles umhüllt vom sehnsüchtigen Gesang von Sunny Faris. Ein Album, das mit jedem Durchlauf wächst.

05 – WHITELANDS „I Am No God, An Effigy“

Ähnlich ging es mir mit Whitelands und ihrem Album Sunlight Echoes. Die Singles kannte ich bereits, doch das Gesamtwerk überzeugt ebenfalls. Viel Shoegaze, ein Hauch Britpop, ein Song mit Emma Anderson von Lush – und dann dieser Monolith: „I Am No God, an Effigy“.
Der Song klingt wie die akustische Umsetzung des Labelnamens „Sonic Cathedral“. Selbst Slowdive dürften da kurz schlucken. Definitiv ein Kandidat für die Songs des Jahres.

06 – THE JULIES „Teenage Sadness (feat. Memory Stitches)“

The Julies aus Philadelphia waren im Sommer mit „Black Metal“ vertreten – ein Song über verschnörkelte Logo-Schriftzüge auf Plattencovern. Nun ist ihr neues Album Cherisher erschienen. Die Band existiert – mit Unterbrechungen – seit über 30 Jahren, ohne dass ich es damals bemerkte.
Teenage Sadness“ entstand vom Titel her aus „Summertime Sadness“ von Lana del Rey und „Teenage Summer“ von Crowded House…musikalisch bleibt man im Shoegaze-Terrain. Gemeinsam mit Olivia Buchholz (Memory Stitches) entsteht eine wunderbar nostalgisch-melancholische Atmosphäre.

07 – SUMMER OF HATE „Além“

Eine feine aber laute Wand aus elektrischen Gitarren bietet uns der Song „Além“ von Summer Of Hate aus Porto und bringen damit außerdem noch Portugal auf die choice-Landkarte. Ihr gerade erschienenes Album „Blood & Honey“ ist teilweise eine anstrengende Herausforderung… es hat eine Blood-Seite mit recht globalen Einflüssen und überwiegend langen Songs (Além ist mit 4:53 die Miniatur des Albums) sowie eine etwas leichtere Honey-Seite, von der „Além“ stammt. Die Band bezeichnet den Song als Titelmusik für eine nicht existierende Teenie-Serie. Der Song klingt wie eine Mischung aus Wolf Alice und My Bloody Valentine.

08 – VANESSA CARLTON „Great House“

Vanessa Carlton knackte die Pop-Charts 2002 mit dem Hit „A Thousend Miles“, 24 Jahre später erscheint demnächst ihr siebtes Studioalbum „Veils“ welches von Kult-Producer (Flaming Lips, MGMT etc.) und Mercury Rev-Mitglied Dave Friedman produziert wurde. „Great House“ konnte mich innerhalb weniger Sekunden gefangen nehmen… es ist eine atmosphärische Piano-dominierte Ballade der inzwischen 45jährigen in Pennsylvania geborenen Künstlerin.

09 – AND ALSO THE TREES „The Silver Key“

Eines der elegantesten Stücke dieser sowieso recht feinen Compilation kommt von And Also The Trees, einer Band, die es bereits seit 1979 gibt, die nie richtig weg war, ich aber häufig aus meinen Augen verlor. Von den frühen Tagen erinnere ich mich gut an „Shantell“, ihr Album „Virus Meadow“ von 1986 mit den Giganten „Slow Pulse Boy“ und „Gone Like The Swallows“  Jetzt erscheint ihr neues Album „The Devil’s Door“, und die Lead-Single „The Silver Key“ mit den bandüblichen Gitarrenklängen à la Mandoline, aber elektrisch, ist einfach großartig. Die frühen Werke dieser Band wurden übrigens von ihren Freunden von The Cure produziert, mit denen sie dieses Jahr auch wieder auf Tour gehen … coole Combi …

10 – SHE PAST AWAY „Mizantrop“

Wir machen einen Abstecher in die Türkei und sind bei dem Duo She Past Away, die hier mit dem Titelsong ihres Albums „Mizantrop“ vertreten sind. Musikalisch ist das Darkwave bzw. Coldwave mit türkischen Texten. Ich bin erstaunt wie viel Musik täglich in dieser Sparte erscheint… auf Dauer ist mir das häufig zu plastisch, die Band She Past Away ist eine der Ausnahmen… ich muß an Red Lorry Yellow Lorry oder frühe Sisters Of Mercy denken.

11 – CORVIN „Dead End Pyre“

Von den Achzigern geprägt und nicht gerade für den Kindergeburtstag geeignet… das können auch Corvin aus Italien. Ihre Musik geht eher in Richtung Goth-Rock mit großer Band… auch hier müssen Sisters Of Mercy für einen Vergleich herhalten, allerdings eher die spätere Phase, auch Fields Of The Nephilim fallen mir ein, genau wie die Finnen von The 69 Eyes oder auch das letzte AFI Album vom letzten Jahr.

12 – THE SECRET FRENCH POSTCARDS „Blush“

Auch The Secret French Postcards aus Schweden veröffentlichen seit rund zehn Jahren Musik mit deutlicher 80er-Verwurzelung: The Cure, The Church, Bauhaus. Melancholischer Post-Punk. Die Mundharmonika irritiert zunächst, passt aber letztlich erstaunlich gut.

13 – BLEACHERS „You And Forever“

Der poppigste Moment dieser Choice-Ausgabe kommt von Bleachers, also Jack Antonoff… jener Starproduzent dem die Frauen vertrauen: Taylor Swift, Lana Del Rey, Lorde, Sabrina Carpenter… trotzdem oder auch vielleicht gerade deshalb haben wir es mit einem positiven und euphorischen Popsong zu tun… muß ja nicht immer Punkrock sein…

14 – METRIC „Victim Of Luck“

Es folgt neues aus Kanada… Toronto um genau zu sein. Demnächst erscheint das 10. Studioalbum von Metric und vorab gibt es schonmal die Single „Victim Of Luck“… ein Song der klingt, wie Metric bereits seit 28 Jahren klingen… ein Mix aus Synth-Pop und Post-Punk und ebenfalls (zumindest meiner bescheidenen Meinung nach): sehr gut.

15 – SNAIL MAIL „My Maker“

Lindsey Jordan steht im Ausweis der jungen Frau, die sich Snail Mail nennt und demnächst ihr drittes Studioalbum veröffentlichen wird. „My Maker“ begeistert mit akustischer Gitarre und Mellotron, das Video wurde in einem Take mit einem Heißluftballon aufgenommen… für mich persönlich der beste Song der Künstlerin bis dato… „Above us, it’s just sky“

16 – PRISM SHORES „I Didn’t Mean To Change My Mind“

Nochmal Kanada… diesmal Montreal… die Band heißt Prism Shores und die Musik ist zeitloser Jangle Power-Pop im Stile von Teenage Fanclub oder Nada Surf. Dabei wird das Rad nicht neu erfunden aber das hat ja auch niemand gefordert…

17 – GUIDED BY VOICES „We Outlast Them All“

Die ewigen Guided By Voices… ich werd nie vergessen, wie ich sie Anfang der 1990er mal live und Open Air gesehen habe… nach gefühlt jeden Song (und die sind meistens nicht sehr lang), wurde eine Flasche Bier geöffnet, eins, zwei, gsuffa… und weiter… „We Outlast Them All“ ist die Vorab-Single ihres 44.(!) Studioalbums und man muß bei GBV wissen, das auf einer Platte, besonders auf den älteren, gut mal 20 Songs drauf sein können… ich möchte nicht derjenige sein, der irgendwann mal damit beauftragt wird, eine Best-Of von der Band aus Ohio zusammenzustellen… müßig zu erwähnen, das es auch noch zahlreiche Soloalben von Rob Pollard und anderen Musikern der Band gibt. „We Outlast Them All“ gefällt mir nach einigen durchschnittlichen Veröffentlichungen der letzten Jahre mal wieder außerordentlich gut… schnörkellose Gitarrenmusik mit einer positiv-euphorischen Note… long live GBV…

18 – SNOWCUFFS „Burst“

Snowcuffs aus Chicago ist das Projekt zweier anderer Shoegaze Bands dieser Stadt, nämlich Astrobrite und Lightfoils. Nach der Debüt EP vom letzten Jahr erscheint jetzt ein weiteres Minialbum, von dem hörten wir bereits im Dezember „In Blue“ und diesmal „Burst“.

19 – NOTHING „Never Come Never Morning“

„Never Come Never Morning“ ist der Opener des gerade erschienenen 6. Albums Nothing aus Philadelphia. Ich glaube, es ist ihr sanftester Song bis dato… zwischen folkiger Ballade und den Shoegazer-Gitarrenwänden… dazu der gewohnt eher sanfte Gesang von Nicky Palermo… sogar Streicher und Bläser sind dabei… kaum zu glauben, das bei der Band Nothing so einige Jahre Knast auf der Bühne stehen.

20 – MØL „Crush“

Nach der hervorragenden Vorab-Single „Garlands“, welches auf choice#38 im Dezember zu hören ist, ist nun auch das dazugehörige Album „Dreamcrush“ von Møl erschienen und bietet mit „Crush“ einen weiteren Banger der Oberklasse. Die Band aus Aarhus in Dänemark schafft den Spagat von Black Metal über Shoegaze zum Pop ganz hervorragend. Klingt der Anfang noch eher wie ein Stück Alternative-Rock a la Foo Fighters, überrascht der gegroulte Refrain a la Deafheaven schon ein wenig, später gibt es ruhigere Parts um dann mit voller Wucht weiter zu knüppeln… eigentlich bin ich kein großer Freund von Rumgebrülle, aber das hier macht einen Riesenspaß… fast 6 Minuten lang

Playlist auf Apple Music und Spotify

choice#40 - Februar 2026

Das Cover der ersten Ausgabe vor 5 Jahren

Happy New Music Year 2026 und Congrats zur choice-Serie, die nicht nur eine runde Ausgabe hat, sondern nun genau seit fünf Jahren existiert … Januar/Februar 2021, das war mitten in der elend langen zweiten Lockdown-Phase der Corona-Pandemie, und da das Offside zu jener Zeit ja geschlossen war, hatte ich etwas mehr Zeit für so’n Kram … schließlich waren früher meine Mixtapes, später dann Mix-CDs recht beliebt, und heutzutage muss man ja nicht mehr für jedes Lied einen Tonträger kaufen.
Ich hatte trotzdem nicht gedacht, dass es dieses Projekt so lange geben würde … von Anfang 2021 bis September 2024 erschien der Sampler alle zwei Monate, danach monatlich. Ab dieser Ausgabe wird es die Musik auch zwischen den von mir verfassten Beschreibungen geben, die ganze Playlist kann nach wie vor bei Apple Music und Spotify gehört werden … YouTube spare ich mir ab jetzt und setze lieber Videos mit in die aktuelle Beschreibung.

01 – STOREY LITTLETON  „January“

Los geht’s mit Storey Littleton. Sie ist die Tochter von Elizabeth Mitchell und Dan Littleton, die mit der Folk-Indie-Band Ida seit Anfang der 1990er unterwegs sind und ihr auf diesem Wege die Gabe für Musik bereits in die Wiege gelegt haben. „January“ fängt mit einer Imitation des Intros von „The Leader Of The Pack“ von den Shangri-Las an … einem Pophit von 1964 … dann setzt das Klavier ein, und sie beginnt zauberhaft zu singen … da ist viel 1970er-Joni-Mitchell-Feeling dabei, und ich muss prompt an Weyes Blood denken … ein wunderbar schwelgerisches Stück Singer-Songwriter-Popmusik, irgendwer spielt Harfe, und am Ende fährt das Motorrad wieder weg.

02 – HOWLING BELLS  „Melbourne“

Nach 12 Jahren wird demnächst ein Album von Howling Bells erscheinen. Die Band stammt aus Melbourne/Australien und lebt seit ein paar Jahren in London. Der Song „Melbourne“, der übrigens wunderbar an Storey Littletons „January“ anknüpft … handelt davon, an seine Wurzeln zurückzukehren, um aber festzustellen, dass dort niemand Bekanntes mehr ist … eine wehmütige Erfahrung … wunderbar in einem Jangle-Pop-ähnlichen Indie-Rock mit großen Hooks verpacktem Song.

03 – DEARY  „Seabird“

Beim nächsten Song fällt mir als Erstes das Wort „ENDLICH!“ ein … endlich hat eine der vielversprechendsten Dreampop-Bands der letzten Monate … nein … Jahre … das Debütalbum angekündigt. Es geht um Deary, die mit diversen Singles hier immer wieder Teil der Choice-Serie waren. Das Album wird „Birding“ heißen und Anfang April erscheinen. Vorab gibt es mit „Seabird“ ein wahres Gemälde von einem Dreampop-Song, als wären die Cocteau Twins auferstanden und spielten mit Slowdive auf einer Bühne. Seit Kurzem ist ein fester Drummer dabei, und das Trio wechselte das Plattenlabel von Sonic Cathedral zu Bella Union … ach ja … das Album handelt tatsächlich über Vögel.

04 – MEMORY MOTEL  „Get It Together“

Musikalisch entfernen wir uns nicht wirklich von den verträumten Klängen von Deary, legen aber noch ein paar Gitarren dazu und hören „Get It Together“ von Memory Motel. Wir sind auch wieder in Australien, diesmal in Sydney, was im Video auch zu sehen ist. Der Song landete bereits Ende letzten Jahres auf meiner Liste … anfangs etwas unbeachtet, aber in den letzten Wochen wurde das Stück immer größer … weiß gar nicht, warum ich es nicht gleich bemerkt habe … auch diese Band beabsichtigt, 2026 ein Debütalbum zu veröffentlichen … scheint ein gutes Jahr zu werden …

05 – BLACKWATER HOLYLIGHT  „Bodies“

Das Debütalbum von Blackwater Holylight erschien bereits 2018 … Ende Januar steht jetzt mit „Not Here Not Gone“ das vierte Album der drei Musikerinnen aus Portland an, die nunmehr in Los Angeles leben. Die erste Single des Albums, „Heavy, Why?“, landete auf Anhieb unter den 20 besten Songs des letzten Jahres auf dem Best-Of-Sampler choice#39. „Bodies“ hat auch wieder harte Gitarren, Doom-Gaze und Melancholie … ich freue mich so auf dieses Album … sollte mich nicht wundern, wenn da nicht schon ein Anwärter auf die Top Ten vor der Tür steht … nach drei wunderbaren Vorab-Singles wäre es wohl keine Überraschung …

06 – NOTHING  „Toothless Coal“

Mit Nothing kommt es zum ersten männlichen Leadgesang dieser Zusammenstellung. Musikalisch sind wir wieder im Heavy Shoegaze, und „Toothless Coal“ ist bereits die dritte Vorab-Single ihres demnächst erscheinenden fünften Studioalbums „A Short History Of Decay“. Im Video und auch auf dem Plattencover geht es um zahnärztliche Maßnahmen … grrr …

 

07 – ENDEARMENTS  „Real Deal“

Ein weiteres Debütalbum erscheint Anfang März von Endearments aus Brooklyn, die eine feine Melange aus Dreampop und Indie-Pop bieten, was in ihrer ersten Auskopplung „Real Deal“ ganz gut zu hören ist … es ist ein Song, der bereits seit ein paar Wochen in meiner persönlichen Playlist rotiert und dabei immer besser wurde … deshalb ist er heute hier.

08 – WHITELANDS  „Blankspace“

 Whitelands veröffentlichten, genau wie Deary, bei Sonic Cathedral etliche Singles … allerdings waren bei mir Deary deutlich weiter vorne … dennoch gab es durchaus auch gute Songs der Londoner … nun steht das zweite Album in den Startlöchern, und „Blankspace“, die vierte Single daraus, ist alles andere als blank, sondern bester Dreampop.

09 – TELEPHONIST  „Gegen Die Wand“

London, Brooklyn, Melbourne, Sydney … Dortmund … aus der schwarz-gelben Stadt im Ruhrpott kommt das Duo Telephonist, und auch die machen Shoegaze … mit deutschen Texten … fällt aber nicht weiter auf. „Gegen die Wand“ ist von der gleichnamigen EP, die im Dezember erschien.

10 – PERMAFROST  „Tears & Bullets“

Der Name der nächsten Band passt zu den aktuellen Temperaturen … er lautet Permafrost und klingt etwa wie Echo & The Bunnymen zirka 1983 … oder Wild Swans, eine andere Band aus Liverpool dieser Zeit … Permafrost gibt es in der Tat auch bereits sehr lange … gegründet wurden sie im hohen Norden von Norwegen, in Molde, 1982 … mittlerweile sind sie in Oslo ansässig, aber ihre Musik klingt noch immer sehr nach Post-Punk der 1980er … mit „Wrong Heart“ waren sie vor zwei Jahren schon mal auf dieser Serie. „Tears And Bullets“ ist eine aktuelle EP, mehr soll im Laufe des Jahres folgen.

11 – BLACK SWAN LANE  „The Devil’s Hand“

Der nächste Song heißt „The Devil’s Hand“ und könnte quasi von der gleichen Platte wie Permafrost stammen, Black Swan Lane sind aber Amerikaner und haben eine besondere Bindung zu The Chameleons, einer meiner Lieblingsbands der 80er … die Band hat in vielen Projekten mit den Post-Punk-Heroes aus Manchester zusammen gespielt, und das hat auch abgefärbt. Das 2019er Album „Vita Eterna“ war großartig … die nachfolgenden Alben sind stilistisch ähnlich, aber von den Songs her eher beliebig. „The Devil’s Hand“ ist vom gerade erschienenen Album „The Messenger“ … so hieß (zufällig?) auch die erste Band von Bandchef Jack Sobel.

12  – THE TWILIGHT SAD – „Designed To Lose“

The Twilight Sad aus Schottland gibt es mittlerweile seit 23 Jahren… mit wechselndem Personal schafft die Band um ihre Gründer James Graham und Andy MacFarlane, mit Post-Rock und schottischem Slang über die Abgründe des Lebens zu singen… kein Wunder, dass auch diese Band Freunde von Robert Smith sind und quasi ein Dauerabo auf Supportauftritte für The Cure haben. „Designed To Lose“ klingt allerdings fast schon positiv und könnte auch von einer Band aus den 1980ern stammen. Ihr sechstes Studioalbum „It’s The Long Goodbye“ erscheint Ende März… mitgespielt hat auch Robert Smith sowie Musiker von Arab Strap und Mogwai… auf deren Rock Action Label das Album auch erscheint.

13 – EXEK  „Sidestepping“

Mit der Band Exek sind wir wieder in Melbourne gelandet und hören mit „Sidestepping“ ein Stück leicht surrealen Post-Rock mit etwas Synth-Pop… auch dieser Song geistert bereits seit ein paar Wochen in meinem Kopf herum, und wenn es im Januar eine reguläre Choice-Ausgabe gegeben hätte, wäre das Lied mit von der Partie gewesen. Ich weiß (noch) wenig über die Band, deren siebtes Album demnächst erscheint… werde aber am Ball bleiben.

14 – THE NEW PORNOGRAPHERS  „Votive“

Manche Dinge kann man sich nicht blöder ausdenken… die kanadische Band The New Pornographers – und ja, der Bandname zählt nicht zu den originellsten der Welt – hatte bis vor ein paar Monaten einen Schlagzeuger, auf dessen Computer Kinderpornos gefunden wurden… zwar wurde er sofort gefeuert und der Rest der Band ist reichlich schockiert… und die bereits fertigen Aufnahmen fürs neue Album wurden teilweise neu eingetrommelt… aber ein fader Beigeschmack wegen des Bandnamens bleibt doch. Zum Glück nicht musikalisch, denn da überzeugt die Band um A.C. Newman seit weit über 20 Jahren mit wechselnden, teils prominenten Mitstreitern (Neko Case, Destroyer), und das kommende Album „The Former Site Of“ wird sicher eine feine Nummer… hier schon mal ein Vorgeschmack mit „Votive“.

15 – BIBI CLUB  „Washing Machine“

Bibi Club nennt sich die Band von Adèle Trottier-Rivard und Nicolas Basque aus Montreal, deren drittes Album „Amaro“ demnächst erscheint. „Washing Machine“ ist einer der seltenen englischsprachigen Songs des Duos… es geht um harten Tobak… den Verlust eines Kindes. Musikalisch sind wir im Dreampop… wenn Blonde Redhead etwas schneller spielen würden, könnte es so klingen.

16 – DRY CLEANING  „Let Me Grow And You’ll See The Fruit“

Mit Dry Cleaning erscheint nun sogar eine Band, die beim ersten Choice-Sampler vor genau 5 Jahren auch mit von der Partie war. Damals war „Strong Feelings“ vom ersten Album „New Long Leg“ dabei, heute ist es „Let Me Grow And You’ll See The Fruit“… zwei Alben mit grässlichen Covern später… noch immer weiß ich nicht so genau, was es alles bedeuten soll, aber man hört dem Sprechgesang von Florence Shaw immer noch gerne zu… „I can watch this TV show for however long, Armstrong. No one coming along with a video call or a survey or a dick pic or a loud bang or a smell that comes up“… warum auch immer… ich mag’s…

17 – EAVES WILDER  „Hurricane Girl“

Eine angenehme Neuentdeckung ist Eaves Wilder aus London, deren letzte Single „Everybody Talks“ auch bereits in der Offside-Playlist überzeugen konnte. Auf „Hurricane Girl“, der zweiten Single aus dem kommenden Album „Little Miss Sunshine“, verbindet sie auf wunderbare Art Shoegaze und Grunge, ohne dabei einen Affen zu machen… das tut sie höchstens im Video. Musikalisch ist das irgendwo zwischen Metric und Pearl Jam… wiederum erwarten wir ein Debütalbum… VÖ: 17.04.26.

18 – A$AP ROCKY  „Punk Rocky“

A$AP Rocky… kennt wahrscheinlich jeder… außer mir… ich fand das Video ganz witzig, für das er sogar die 90’s-Ikone Winona Ryder wieder ausgebuddelt hat… und die Musik fand ich auch cool… musste an die letzten Sachen von Blood Orange denken… dass er ein bekannter Rapper ist und dazu noch mit einer gewissen Rihanna liiert ist, haben mir erst andere erzählt… nun hat sich auch mal ein Rap-Weltstar auf die Choice geschmuggelt…

19 – SLEAFORD MODS  „Elitest G.O.A.T.“ feat. Aldous Harding

Wo wir schon beim Sprechgesang sind… da sollten diesmal auf keinen Fall die Sleaford Mods fehlen… und das ziemlich reudige Gebelle von Straßenköter Jason Williamson in Verbindung mit dem zarten Gesang der wunderbaren Aldous Harding macht schon echt was her… die Typen passen auf jeden Fall in diese Welt… wusstet ihr übrigens, dass Aldous Harding eigentlich Hannah Topp heißt?… dann eben jetzt.

20 – PETER GABRIEL  „Been Undone“ (Dark-Side Mix)

Den Abschluss macht eine lebende Legende… Peter Gabriel ist zurück, und Ende des Jahres soll das Album „o/i“ erscheinen, mit zu jedem Vollmond einer Auskopplung… „Been Undone“ ist die erste. Der Song hat alles, was die Musik des Ex-Genesis-Sängers seit Jahrzehnten ausmacht… nicht geradeaus, sondern immer kleine Haken und die markanten Drums von Manu Katché… über 7 Minuten dauert das Ganze, ohne eine Sekunde zu langweilen… welcome back…

Das Covermotiv ist diesen Monat ein Schnappschuss aus einem Restaurant gegenüber unseres lokalen Shoppingtempels… es vermischt die Lichter von draußen mit den sich in der Fensterscheibe spiegelnden Lichtern des Innenraums, was angenehm verwirrend ist.

Das war die erste Ausgabe von McLarsen’s Music Choice im Jahre 2026… es war die 5-jährige Jubiläumsausgabe in neuem Look… ich hoffe, sie konnte gefallen… choice#41 erscheint Ende Februar. 

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