McLarsen im Land der Tausend Biere : Prolog / Tag 1 : Anreise / Krug Bräu

Prolog

2020… das Coronajahr… ich hoffe es bleibt dabei und man wird in Zukunft nicht vom ERSTEN Coronajahr sprechen weil es länger dauert… nun ja was ich sagen wollte ist das dieses Jahr bezüglich von Reiseaktivitäten ein schwieriges Jahr ist. Eine Schottlandreise war eigentlich für September geplant und auch schon komplett durchorganisiert… neulich hab ich alles abgeblasen, zu unsicher alles noch. Im April hatte ich bereits eine 10tägige Deutschlandreise geplant und ebenso komplett gebucht… Der Plan dieser Reise war in etwa : 2 Tage in : Erfurt, Bamberg, Freiburg, Koblenz und Paderborn. Warum diese Städte (?) sie haben alle eine interessante Geschichte und einiges an geschichtsträchtigen Gebäuden… dazu sind sie auch für regionale Spezialitäten im kulinarischen Bereich bekannt… sowohl im Bereich Speisen als auch Getränken… das ist ja dann schon mein Thema und dann…kam Corona… … das Offside mußte wie alle anderen Bars schließen, plötzlich war alles was man kannte und in den letzten Jahren machte auf dem Prüfstand gestellt… und unsere Katzen fragten sich bestimmt was mit uns nicht ganz richtig ist da wir den ganzen Tag in ihrer Wohnung verbrachten. Mittlerweile ist es Ende August, der Sommer so gut wie vorbei, das Offside längst wieder geöffnet und nun also zum ersten mal in diesem Jahr raus aus der Stadt, ab aufs Land… es geht in die fränkische Schweiz, mit Freunden zusammen eine Bierwanderung und im Anschluß noch ein paar Tage in Bamberg. Es handelt sich um ein paar Tage voller Bier,  gutem Essen, schöner Landschaft und netten Leuten.

Tag 1 : Anreise / Krug Bräu

…schon lange hörte ich mal was von Bierwanderungen und fand alleine das Wort cool… Wanderung = ich kann einigermassen gut geradeaus laufen und zur Belohnung gibt es ein regional gebrautes Bier… das ist durchaus korrekt… aber man tut gut daran in eine Gegend zu fahren, wo das Bier auch richtig gut schmeckt und das Drumherum wie Essen und Unterkunft auch hinhaut…
Ich war jetzt 10 Jahre fast ausschließlich in Schottland und Irland unterwegs… 19 x Schottland… 2 x Irland… in Schottland wage ich mir zu erlauben so etwa jedes zweite Dorf …naja… dritte oder vierte… zu kennen… aber wenn mich die Schotten immer gefragt haben wo ich her komme… klar Berlin Mitte… (nicht schlecht vielleicht)… aber wenn die Schotten dann erzählt haben wo sie mal in Deutschland waren, dann waren das entweder Orte wo sie mal als alliierte Streitkräfte stationiert waren oder irgendwelche Ziele wie Schwarzwald oder fränkische Irgendwas… Beim Fränkischen lässt sich sicher einiges finden… die Landschaft ist nicht spektakulär aber relativ immer schön… die Menschen sind entspannt und nicht so speziell wie in dem Teil des Landes was man Bayern nennt… Der Unterschied zwischen Bayern und Franken ist außerdem das man in Franken gutes Bier braut bzw. manche sagen sogar das die das da im Gegensatz zu Bayern überhaupt können… Ich möchte mich also auch „weiterbilden“ um besser Auskunft über mein eigenes Land geben zu können, sollte ich im Ausland mal wieder danach gefragt werden.
Die Gemeinde Aufseß (da gehören mehrere Dörfer dazu… insgesamt etwa 1300 Einwohner) hatte im Jahre 2001 die höchste Brauereidichte pro Einwohner weltweit (4 Brauereien / 1300 Einwohner)
… prompt gab es einen Eintrag in das Guinness Bier Buch der Rekorde… und das heißt für mich… kann so verkehrt nicht sein…
Alleine macht so etwas garantiert keinen Spaß… da sollte man schon mit Leuten hinfahren die man gut kennt und am besten schon mal mit ihnen unterwegs war… es traf sich gut das ich meinen besten Freund André (seit 1975) nicht lange überreden musste… meinen Freund Immo auch nicht, Matthias die ganze Aktion auch erstmal ins Spiel gebracht hatte und auch einen erheblichen Teil organisiert hat, Carsten als guter Freund von Matthias dabei war und Matthias’ Bruder Thomas noch aus Erlangen dazu stieß… ein gutes Team war also schnell gefunden…
Die Anreise erfolgte mit der Bahn von Berlin Hauptbahnhof via ICE nach Bamberg… gerade einmal 2,5 Stunden hat das gedauert, unterwegs gab es zur Einstimmung ein paar kleine Whiskys …ich hatte tags zuvor schließlich Geburtstag. In Bamberg angekommen ging es mit einem Taxi weiter, welches 5 Personen fassen musste. Der erste Wagen der das konnte und sich mit uns in Bewegung setzte war ein… gute Frage was war das überhaupt (?) jedenfalls kein Van oder so sondern ein Wagen mit einer Art Notsitz. Der Fahrer war ein älterer Osteuropäer namens Viktor, der vielleicht einen alten Rekord mit der Strecke brechen wollte… jedenfalls ist das Blech seines Autos was unter unseren Füßen war jetzt etwas eingedrückt… will sagen … der ist gefahren wie ein Wahnsinniger und ich hatte Momente wo ich mir ausmalte, wie die Presse dann später hätte berichten können „Es hätte ein schönes Wochenende werden können“. …aber naja… wir sind letztendlich gut in Breitenlesau angekommen, der Viktor war aber das ganze Wochenende ein Thema dieser Tour…

Eine Russenlinde… warum ? steht auf dem nächsten Bild…
…genau deshalb…

So… Breitenlesau (Gemeinde Waischenfeld / Landkreis Bayreuth) ist ein Dorf mit etwa 200-250 Einwohnern, einer Kirche, einer Russenlinde und einer Brauerei. Diese Brauerei heißt Krug Bräu und sollte für 3 Nächte unser Quartier sein. Die Familie Krug gründete die Brauerei bereits 1834, bis heute ist es ein Familienunternehmen und das Bier ist auch überregional bekannt und wird auch ins Ausland exportiert. Ähnlich wie bei bekannten Whiskybrennereien auf den britischen Inseln ist das Business von der Herstellung von Alkohol nicht mehr auf die Produktion dieses eingeschränkt, es bedarf heutzutage schon etwas mehr um sich nachhaltig zu empfehlen und wirtschaftlich unabhängig zu bleiben, sollte es einmal nicht so laufen wie geplant. Im Falle der Krug Brauerei zählt dazu eine große Gastwirtschaft mit Biergarten, Übernachtungsmöglichkeiten und ein Tanzcenter (wegen Corona war das nicht auf und ich durfte nicht tanzen). Unser Zimmer (#9) war ein Dreibettzimmer welches ziemlich modern und auch geschmackvoll eingerichtet war… es gab nichts was ich vermisst habe. Für knapp 40 € pro p.P. pro Nacht mit Frühstück durchaus ok, die Zimmer sind durchaus sehr gefragt. Nachdem nun das Quartier bezogen war konnte nun das Wochenende eröffnet werden, also die paar Schritte raus in den Biergarten und Krug Bräu Olé… natürlich nicht ohne die beste fränkische Küche… auf den Tafeln standen fast ausschliesslich Speisen die ich liebe und so gingen in meinen Bauch neben den ganzen Bieren noch eine Schinkenplatte und ein amtliches Schnitzel. Das Krug Bräu gibt es als Helles und (80% vom Ausstoß:) Dunkles Lager. Das alles war sehr lecker und natürlich hat es die Berlin/Potsdamer Abordnung geschafft, die letzten auf dem Platz zu sein… machte ja nix… das Bett war nur ein paar Schritte entfernt. Es folgten einige Stunden Schlaf…

Das erste Bier… ich will nicht spoilern…aber es wird nicht das letzte gewesen sein…

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