McLarsen auf der Springbank Whisky School (April 2019)
Prolog:
Im letzten August wurde ich ein halbes Jahrhundert alt und bekam von Nina zwei Sachen sehr gut organisiert geschenkt: eine rauschende Party in den Räumlichkeiten der Berliner Unterwelten und eine Woche Arbeit. Ersteres kann beim runden Jubiläum schon mal passieren, zweiteres klingt erst mal komisch… es ist ja auch nicht so, dass ich sonst nichts zu tun hätte… der Clou ist, dass diese Woche Arbeit in meiner Lieblingsbrennerei Springbank in Campbeltown an der schottischen Westküste stattfinden sollte. Da das Ganze auch nicht so günstig ist, haben sich viele Gönner, die bei der Geburtstagsparty waren, daran beteiligt. Ich möchte mich bei allen, die daran mitgewirkt haben, schon im Voraus dafür bedanken.
Campbeltown liegt auf der Halbinsel Kintyre, vielen sicher bekannt durch Paul McCartneys Schmonzette „Mull of Kintyre“ aus den 1970ern. Die Stadt (etwa 4.000 Einwohner) ist der Hauptort von Kintyre und war vor rund 100 Jahren die Whisky-Hauptstadt der Welt. Über 30 Brennereien gab es in der kleinen Stadt, angeblich hat man Campbeltown schon kilometerweit gerochen. Einige Umstände, wie zum Beispiel die Prohibition in den USA (einem enorm wichtigen Markt), und ein paar schwarze Schafe, denen Quantität über Qualität ging (angeblich wurden sogar Heringsfässer befüllt), ließen die Whisky-Blase Campbeltown dann aber platzen. 1926 waren von den 30 Brennereien nur noch zwei übrig: Glen Scotia und Springbank.
Das Besondere an Springbank ist der Umstand, dass wirklich alles selbst gemacht wird – vom Malz bis zur Flaschenabfüllung. Dazu kommt noch, dass ich Springbank geschmacklich sehr schätze: Er hat eine feine Torfnote und einen öligen Charakter. Springbank war eine der ersten Brennereien, die ich vor knapp zehn Jahren besichtigt habe, und schon damals wusste ich, dass dieser Laden etwas Besonderes ist. Nun durfte ich dort also selbst einmal Hand anlegen… ich war sehr gespannt… ein halbes Jahr später ging es dann los:
Tag 1 – Anreise:
Der erste Tag begann wie gewöhnlich mit Aufstehen… etwa eine halbe Stunde früher als sonst. Die Katzen waren überrascht und Nina sagte kurze Zeit später zu ihnen: „Wenn der Papa vor der Mama aufsteht, reist er wohl nach Schottland“… korrekt.
Das normale kontinentale Frühstück (was ich zumindest darunter verstehe) – zwei Scheiben Brot mit Wurst und Chilisauce plus Tasse Kaffee – eingenommen, schnell den Koffer gepackt… Küsschen und los geht’s.
Abflugort war diesmal Schönefeld, was nur geringfügig länger dauert als nach Tegel… mit den Öffentlichen zumindest und sonntags sowieso. Die üblichen Vorgänge beim Fliegen (das erste Mal musste ich meinen Koffer selbst einchecken… das war neu…), Security, Passkontrolle, in den Flieger setzen, starten, landen… alles nix Besonderes. Ok… ich könnte erwähnen, dass ich bei blauem Himmel und 20 Grad startete und bei ziemlich ungemütlichem Schmuddelwetter landete, aber mein Reiseziel war schließlich nicht Barcelona, sondern Glasgow.
Dort hatte ich dann zwei Stunden Aufenthalt bis zur Weiterfahrt mit dem Bus nach Campbeltown. Nur einmal am Sonntag fährt der Bus von Glasgow via Airport und mir war die Zeit genehm… erstens wäre eine Verspätung des Fliegers ok gewesen und zweitens hatte ich Zeit zum Essen. Dazu ging es in den Wetherspoon im Airport und dort gab es Burger und Punk IPA… sonst ist eigentlich sonntags bierfrei, aber auf dem Weg in die Whisky School… quasi… Quatsch.
Der Bus war pünktlich, die Fahrt wie immer sehr schön… besonders der Teil kurz nach Dumbarton, entlang des Loch Lomond und durch die Gebirgslandschaften von Rest & Be Thankful… entlang der Fjorde vom Atlantik durch Kleinstädte wie Inveraray, Lochgilphead oder Tarbert. Ich habe in vergangenen Berichten schon oft über diese Strecke geschrieben und erlebe sie auch nach dem wahrscheinlich sechsten oder siebten Mal immer noch als etwas Besonderes.
Der letzte Teil nach Kennacraig – dort, wo die Fähre nach Islay ablegt – bis nach Campbeltown ist nicht mehr ganz so spektakulär wie zuvor, aber ebenfalls wunderschön. Der Ginster stand bereits in voller Blüte, überall blühten die Osterglocken und das Schönste waren die ganzen kleinen Lämmer, die bei ihren Muttis lagen, zum Teil nicht größer als Osterhasen… und quietschvergnügt durch die Gegend sprangen.
Idylle pur… zumindest, wenn man aus der Großstadt kommt…
Irgendwann war ich dann am Ziel in Campbeltown. Gleich kurz hinter dem Ortseingangsschild liegt das Dellwood Hotel, welches die Residenz der Whiskyschüler ist. Hotel klingt immer etwas nach… großen Häusern mit rotem Teppich und Pagen… nein, sowas ist das Dellwood nicht, eher ein klassisches britisches Bed & Breakfast.
Dort eingetreten wurde ich von der Wirtin in Empfang genommen und gleich zu meinen künftigen Mitschülern geschickt, die bereits alle an einem Tisch saßen, Bier tranken und von einer Käseplatte naschten… Good afternoon… nein, eher ein hello… I’m Lars from Berlin. Zurück kamen Willkommensgrüße von Felix aus Neuseeland, Michael aus Buffalo/USA, Kylie aus New Jersey/USA, Sören aus Schweden und Darien aus England, aber Wohnort Berlin.
Ich war der Letzte, der zur Truppe kam, und die kannten sich selbst auch noch nicht so lange. Es dauerte etwas, bis wir miteinander in Schwung kamen – gottseidank scheinen alle Smartphone-Junkies zu sein, sodass das Schweigen nicht so auffällt… egal… aller Anfang ist schwer. Mit meinem mangelhaften Englisch war es für mich auch nicht so leicht.
Irgendwann erstmal das Zimmer bezogen… Zimmer 8 ist ein Anbau an das alte Haus… erstmal ok, das Zimmer schlicht und sauber… was fehlt, ist eine feste Heizung, es gibt nur einen Elektroheizer (den ich erstmal prinzipiell ausgemacht habe).
Um Leute kennenzulernen, macht man einfach irgendwas gemeinsam. Da wir uns anscheinend ja alle für Whisky interessieren, war naheliegend… einen trinken zu gehen. Dafür gibt es in Campbeltown eine gute Adresse, von der aber auch schon viele negative Sachen berichtet wurden: das Ardshiel Hotel.
Ich selbst kann nichts Negatives sagen, ich war bei meinem ersten Besuch in der Stadt 2010 auch hier und später wieder… alles ok für mich. Also sagte ich auch nichts über die Berichte meiner Hobbyreporterkollegen und wir enterten den Laden. Neben etwas Essen gab es komisch schmeckendes Guinness und einen Glen Scotia als Hausabfüllung aus einem Single Cask.
In der Runde kam von Darien auch die Frage, wo ich in Berlin wohne… ich sagte Gesundbrunnen… Wedding… und er fragte, ob ich nicht das Offside kenne, eine Bar, die er öfter besucht, wenn er am Gesundbrunnen klettern geht… nun ja… die Welt ist manchmal klein.
Das war alles ganz ok und nachdem wir dann die gut 15 Minuten Rückweg hinter uns gebracht hatten, gingen alle aufs Zimmer und ganz vorbildlich ab in die Heia… schließlich ist morgen erster Schultag und da will man ja nicht unpünktlich oder gar in schlechtem Zustand erscheinen.
Es folgten einige Stunden Schlaf… ohne besondere Vorkommnisse…
Tag 2 – Erster Schultag:
06:30 klingelte der Wecker vorsichtshalber. 08:00 war Erscheinen bei Springbank angesagt, vorher 07:15 Frühstück. Das Erwachen war etwas eisig… da ich die Elektroheizung beizeiten ausgeschaltet hatte und der Anbau nicht sonderlich isoliert scheint, war es nicht viel wärmer als draußen… nicht das größte Vergnügen beim Aufstehen. Nun gut… T-Shirt kurz auf den wieder gestarteten Heizkörper gelegt und es ging.
Das Frühstück war ein Original Full Scottish Breakfast… jeder von uns sollte das einmal ganz probiert haben… sagte die Wirtin. Bei mir blieben trotzdem Porridge, Sausages und Black Pudding über… so was geht bei mir halt nicht. Ein Glen Keith Whisky war auch dabei… daher das „Original Full“-Breakfast. Nun gut… für einen Scherz war das sicher gut, aber auf Dauer sollte das nicht das Ziel sein 😉
Viel Zeit blieb nicht übrig, es braucht etwa zehn Minuten zu Fuß bis zu Springbank. Dort angekommen wurden wir von Distillery Manager Gavin McLachlan in Empfang genommen. Erstmal hat er uns in einem Schnelldurchlauf alle Teile der Brennerei gezeigt. Springbank ist nach Zahlen zwar eher eine kleine Fabrik, aber da man dort (als so ziemlich einzige Distillery) alles selbst herstellt, gibt es viele Stationen, die für Leute, die zum ersten Mal da sind, schon anspruchsvoll wirken können.
Dann wurde Arbeitskleidung verteilt… für jeden Tag ein quietschebuntes Shirt sowie eine – wie sich erweisen sollte – sehr gute, warme Jacke. Dann ging es an die erste Arbeitsstation.
Zwei große Haufen von Gerste standen auf einem der beiden Malzböden bereit, um auf die komplette Fläche verteilt zu werden… das Ganze etwa eine Handbreit hoch und, wenn möglich, einigermaßen gleichmäßig. Dafür gab es Schubkarren und Schaufeln und los ging die Plagerei…
Anfangs gab es eigentlich nur Fotos nach dem Motto guck mal Mutti, ich arbeite… dann ging es aber doch recht zügig und man war stolz, die erste Aufgabe geschafft zu haben… für alle, die sich im Alltag nicht so viel bewegen müssen… vielleicht der erste Muskelkater.
Dann kam etwas für mich zumindest Neues: Tea break… jaja, die Briten mit ihrem Tee… aber ich finde, es ist eine gute Erfindung. Die meisten tranken auch Kaffee… Danach wurde die Sechsertruppe aufgeteilt, Michael und ich gingen in die Abteilung Destillation.
An Interlude
An dieser Stelle möchte ich gerne in knappen Sätzen erklären, wie Whisky hergestellt wird. Wer das weiß, kann den Artikel ja überspringen.
Relativ am Beginn der Herstellung von Whisky steht die Erzeugung bzw. Optimierung eines Rohstoffes. Wäre ich jetzt Obstler-Fan oder Anhänger von Melonenschnaps (keine Ahnung, ob es sowas gibt…), wäre es einfach… das Obst irgendwie so dick und fett wie möglich – entweder gleich destillieren oder erst mal konservieren.
Da wir ja Whisky wollen, also eine Spirituose aus Getreide – im speziellen Fall Single Malt Whisky eine Spirituose aus gemälzter Gerste – muss Malz her. Das macht man mit Gerste, genauer gesagt mit deren Körnern. Die Gerstenkörner kommen im Falle Springbank stets aus Schottland, idealerweise direkt aus dem näheren Umland.
Gut… Gerstenkörner allein reichen nicht… da kann man mehr rausholen. Also pimpt man die Körner etwas auf… nein, kein Doping, sondern reines Wasser.
Man sperrt die Gerste in ein Wasserbecken, es ist nicht allzu kalt… und die Gerste denkt: schön… feucht und warm… ich glaube, ich fang mal an, mich etwas vollzusaugen und danach ein wenig zu keimen…
Man gaukelt dem Getreide im Prinzip vor, es wäre Frühling und die Keimung kann beginnen. Nach ein paar Tagen im Wasserbecken wird die Gerste auf den Tennenböden etwa eine Handbreit ausgebreitet. Alle paar Stunden muss die Gerste dann umgepflügt werden, sonst fängt es untenrum an zu gammeln und oben auszutrocknen.
Nach ein paar Tagen ist die Gerste – die sich jetzt Grünmalz nennt – schön dick und fett und sie fängt an zu keimen. Da wir kein Getreide züchten wollen, nehmen wir den Bestzustand der Gerste und konservieren sie, indem wir sie mit heißer Luft trocknen.
Das Grünmalz wird in einen Schacht gekippt und befindet sich jetzt im Kiln auf einem gelochten Metallboden. Die Öffnungen sind so groß, dass die Körner nicht durchfallen, aber die heiße Luft vom darunterliegenden Ofen durchströmen kann.
Das alles dauert etliche Stunden, das Ergebnis ist dann: Malz.
Das Malz wird gemahlen und kommt in die Mashtun. Dort gibt es (in der Regel) drei heiße Aufgüsse – im Falle Springbank mit 63, 72 und 82 Grad Celsius. Warum das gemacht wird?… Wir brauchen den Zucker aus der Gerste, der aus der Stärke umgewandelt wird.
Das Ergebnis ist eine große Menge Zuckerwasser. Der Rest vom jetzt quasi ausgelutschten Malz holt der Bauer von nebenan und füttert es den wunderhübschen Zottelrindern.
Das Zuckerwasser wird gekühlt und in die nächsten Behälter gepumpt: die Washbacks, zu Deutsch Gärbehälter. Jetzt kommt nach Wasser und Getreide die letzte Zutat: Hefe. Drei Säcke à 25 kg kommen in einen Behälter. Hefe ist gierig nach Zucker… sie frisst ihn, und es entstehen Alkohol und Kohlendioxid.
Ergebnis: ein Bier… ok, kein besonders leckeres und auch ohne Hopfen, aber alles, was bis jetzt gemacht wurde, ist im Grunde der gleiche Vorgang wie beim Bierbrauen. Das „Bier“ hat im Falle von Springbank einen Alkoholgehalt von 5–7 %… etwas wenig noch… Whisky braucht mindestens 40 %… also müssen wir destillieren.
Das Bier (was offiziell Wash heißt) kommt jetzt in die erste Brennblase: die Wash Still. Dort wird es erhitzt. Alkohol verdunstet bei 78 °C und durch Kühlung wird der Dampf wieder flüssig. Wir haben jetzt einen Feinbrand (der offiziell Low Wines heißt) von etwa 20–25 % Alkohol. Das reicht also immer noch nicht, nun kommt der Feinbrand in die nächste Brennblase, die Spirit Still.
Hier wird der Vorgang wiederholt und das Ergebnis ist ein Brand mit etwa 70 %. Davon wird aber auch nicht alles verwendet, sondern nur der qualitativ hochwertige Mittelteil. Der klare Schnaps kommt jetzt in Eichenfässer, wird für mindestens drei Jahre und einen Tag in die Lagerhäuser verfrachtet und darf sich danach Whisky nennen.
Nach drei Jahren… machen wir uns nichts vor… ist das aber noch nix Gescheites, also reift Whisky in der Regel zehn Jahre und mehr. Je länger, desto besser (?)… nicht unbedingt. Es ist gut möglich, dass die Eiche irgendwann die Oberhand gewinnt – dann hat man zwar einen teuren alten Whisky, aber er schmeckt nicht mehr. Kommt ganz auf das Fass an… ich würde sagen, das Fass macht mindestens 70 % vom Ergebnis aus.
Soweit ein kurzer Schnupperkurs zum Thema Whiskyherstellung.
… weiter mit Tag 2 …
Der Stillman heißt Robert und er zeigte uns erst einmal sämtliche Räumlichkeiten und Gerätschaften – von der Malt Mill bis zu den Brennblasen. In vielen Räumen war ich vorher noch nicht, in allen waren die besten Spinnweben der letzten hundert Jahre präsent und viele Details in puncto Arbeitsschutz wären in Deutschland garantiert so nicht möglich.
Montag braucht bei Springbank alles ein wenig Zeit, da die Produktion erst langsam wieder startet. Die erste Wash war fertig und die Brennblase wurde kurz gereinigt, neu befüllt und weiter ging es… derweil wurde auch die Spirit Still mit Low Wines befüllt und angeheizt.
Ich durfte alle Hebel betätigen, stets mit etwas Angst, etwas verkehrt verstanden zu haben… wie gesagt… mein Englisch ist mangelhaft und die Aussprache der Schotten nicht gerade einfach zu verstehen… es ging aber alles gut, ich habe den Laden nicht in die Luft gejagt.
Nun lief die Spirit Still und es hat über eine Stunde gedauert, bis der erste Alkohol im Spirit Receiver ankam… und was für eine Brühe… bääh… trüb, schmutzig und jede Menge Grünspan von der kupfernen Brennblase.
Es war gut zu verstehen, warum man den ersten Teil der Destillation nicht verwendet.
Erst nach etwa 45 Minuten fließt der New Make nun in den „guten“ Kanal. Da Springbank nahezu komplett auf neumodischen Kram wie Computer verzichtet, wird alles peinlich genau auf Papier dokumentiert.
Eine Kostprobe kann man sich ruhig mal abzweigen… ich fand ihn lecker.
Da Springbank ja gleich drei verschiedene Whiskys herstellt – Springbank, Longrow und Hazelburn – sollte ich noch erwähnen, dass sich diese Woche alles um Longrow dreht. Longrow (wie auch Hazelburn) war eine der über 30 Brennereien in Campbeltown, die es bis in die 1920er Jahre gab. Seit den 1970ern wird Longrow als zweifach destillierter Whisky hergestellt, der eine deutliche Rauchnote aufweist. Da ich dem Torfkram nicht abgeneigt bin, war ich damit ganz zufrieden.
Insgesamt macht man sich als Stillman nicht gerade tot, Robert nannte es ein „waiting game“. Punkt 12 ging es für die Truppe in den Cadenhead Shop zum Lunch. Es gab Haggis Rolls und dazu einen 34-jährigen Grain Whisky.
Den Rest des Arbeitstages verbrachte ich im Stillhouse. Um 17 Uhr war Feierabend und unser Sechser ging zurück ins Hotel, wo um 18:00 Uhr das Dinner aufgetischt wurde: Suppe, Seafood-Platte und Kuchen in Sahne… man kann nicht gerade meckern.
Die älteren Herren blieben zu Hause, der Rest besuchte standesgemäß die gastronomischen Einrichtungen der Stadt – heute war das Black Sheep am Hafen angesagt… eine der „feineren“ Adressen. Sehr alt wurden wir aber auch nicht mehr und dann ging es ins Bettchen.
Tag 3 – Zweiter Schultag
Nach dem Frühstück (das wurde ab jetzt auch auf das Nötigste reduziert) ging es zurück an die Arbeit. Frühsport war angesagt: Alles Malz, das wir gestern auf den Boden verteilt hatten, musste einmal umgepflügt werden. Dafür gibt es zwar eine elektrische Maschine, aber die steht eine Etage tiefer – also mit einer Art Riesenharke einmal quer über den „Acker“.
Inzwischen wurde das Becken zum Einweichen (die Steeps) mit Wasser befüllt. Das Korn dafür war gestern von Teilen unserer Gruppe mühsam mit der Schaufel hineingeschaufelt worden. Sicher gäbe es Möglichkeiten, diese Arbeitsschritte zu erleichtern, aber das ist eben Springbank: bloß kein neumodischer Schnickschnack. Die Mitarbeiter verdrehen bei dem Thema manchmal ein wenig die Augen.
Die nächste Station des Arbeitstages bestand darin, leere Fässer mit New Spirit zu befüllen. Daran war unsere komplette Gruppe beteiligt – und so richtiges Zuckerschlecken war das nicht. Ich hatte den Job, die leeren Fässer zu öffnen, also das kleine Loch seitlich in der Mitte des Fasses. Dafür benutzt man eine Art Korkenzieher mit integrierter Hammerfunktion. Etwa ab Fass Nummer 20 hatte ich den Dreh raus. Davor hatte ich zeitweise erwartet, dass jemand zu mir kommt und sagt, ich solle das nicht „wie ein Mädchen“ machen … es sah bestimmt ganz putzig aus, wie ich mir da einen abgebrochen habe.
Wir bildeten eine Kette: Fässer rein, Fässer auf, Fässer befüllen (in etwa wie an der Tankstelle), Nummer auf das Fass pinseln, Nummer ansagen fürs Buch, Fässer zu, Fässer raus. Da die Fässer aber nicht einfach stehen bleiben konnten, war unsere nächste Aufgabe, sie ins Warehouse No. 9 zu rollen. Der Gabelstapler wurde gerade anderswo gebraucht.
Die ersten drei Fässer gingen noch ganz gut, danach wurde es anstrengend. 250 Liter plus Eigengewicht sind nicht ganz ohne. Dazu kommt, dass die Fässer immer mit der Öffnung nach oben stehen müssen, damit man sie später nicht fünfmal drehen muss. Ein Teil der Fässer musste in die obere Etage des Lagerhauses, was normalerweise mit einem einfachen elektrischen Flaschenzug passiert – solange der nicht unterwegs die Grätsche macht … wie just an diesem Tag.
Etwa 40 Fässer standen nun vor dem Warehouse, und es ging nicht weiter. Also musste kurzfristig Platz in einem der Racking Warehouses geschaffen werden: Fässer raus, neue rein – Kuddelmuddel halt. Irgendwann war dann gnädigerweise Mittag.
Nach der Pause ging es für mich zurück ins Stillhouse beziehungsweise an die Mashtun. Die erste Mash der Woche war bereit: Das frisch hergestellte Malz wird dabei dreimal „gebadet“. Aus einem Silo über der Maischtonne kommt das Malz zusammen mit heißem Wasser. Während ich das Ganze filmte, wurde ich ordentlich eingesaut – ein bisschen, als würde man angekotzt werden.
Das eine Video zeigt die Mechanik der Mashtun im Trockenlauf, das zweite, wie die Mash in die Tonne römert.
Zwischendurch ging es immer wieder zu den Brennblasen – mit denen war ich inzwischen ja schon gut befreundet.
Die letzte Station des Arbeitstages war deutlich weniger anstrengend: Springbank Warehouse Tasting.
Zusammen mit Findlay Ross, dem Leiter der Produktion, gingen wir durch eines der Lagerhäuser. Einige Fässer wurden geöffnet und mit dem Valinch mehr oder weniger großzügig in die Gläser ausgeschenkt. Dabei waren ein etwa 20-jähriger Hazelburn, zwei Kilkerrans aus sehr unterschiedlichen Fässern, ein 25-jähriger Springbank und irgendein Longrow (vergessen welcher) – das waren die Highlights. Der Rest war aber auch sehr gut.
Ein schöner Abschluss eines zweiten Arbeitstages, der es zeitweise ganz schön in sich hatte.
Abends gingen die vier Jüngeren unserer Gruppe (von denen ich der Opa war) noch auf ein paar Bier in die Stadt. Aber auch heute wurde nichts übertrieben – dafür steckte einfach zu viel in den Knochen.
Tag 4 – Dritter Schultag
Auch der dritte Schultag begann auf den Maltfloors. Was die Kollegen letzte Woche geschippt, verteilt und gepflügt hatten, war nun so weit: Die Körner sind dick und fett und haben begonnen zu keimen. Zeit also, diesen Zustand zu konservieren und die Körner so, wie sie jetzt sind, zu trocknen.
Dafür wird eine kleine Klappe geöffnet, in die sämtliche Körner der Etage befördert werden müssen. Alles, was weiter weg liegt, per Schubkarre, was näher ist, wird mit dem Besen hineingefegt. Mit insgesamt acht Leuten ging das sensationell schnell, die beiden Kollegen von den Maltings waren begeistert – sonst wären sie ja nur zu zweit gewesen.
Wir waren auch stolz auf uns … hätten uns aber denken können, dass das Korn ja jetzt irgendwo geblieben ist und dort wahrscheinlich nicht einfach liegen bleiben kann.
Also: alle Mann in den Kiln – quasi die Platte mit dem durchlässigen Metallboden über dem Ofen. Wie groß das Ding ist? Ich schätze mal etwa 6 × 6 Meter. Zwei mannshohe Berge Grünmalz erwarteten uns, und die galt es nun, in diesem kleinen Raum flach und gleichmäßig zu verteilen.
Das erinnerte mich ein bisschen an meine Kindheit beim Buddeln – nein, nicht im Sandkasten, sondern auf Baustellen. Als in der Nachbarschaft die Plattenbauten entstanden, gab es Mitte der 70er genug Möglichkeiten, auf riesigen Sandbergen zu spielen und danach eine gefühlte halbe Tonne Sand mit nach Hause zu bringen. So ähnlich war das jetzt mit dem Malz: Man tauchte mindestens knöcheltief ins Korn und konnte danach erst mal die Schuhe auskippen. Für einen Teller Müsli hätte es gereicht. Tage später fand ich immer noch überall Körner.
Als alles verteilt war, ging es an den Ofen. Da reicht es nicht, einfach einen Grillanzünder reinzuwerfen – man muss schon einen ordentlichen Mix aus Holz, Papier, Kohle und Torf hinbekommen. Als der Ofen lief, ging es zum Tea Break, und danach für mich weiter in die Bottling Hall.
Es gibt nur eine Handvoll Brennereien in Schottland, die ihren Whisky selbst in Flaschen füllen. Da Springbank bekanntlich alles selber macht, ist das hier Pflicht. Es gibt zwei Fließbänder: eines für die Springbank-Flaschen (also auch Longrow und Hazelburn – das sind die gleichen Flaschen) und eines für alles andere, sprich auch die ganzen Cadenhead-Abfüllungen.
Ich landete beim ersten Band: Es wurde Longrow Peated, also der Standard, abgefüllt – allerdings mit häufigem Labelwechsel, da die Flaschen für verschiedene Märkte bestimmt waren.
Erst Taiwan, dann Japan, dann UK. Der erste Teil läuft vollautomatisch: Erst wird Luft in die Flasche gepresst, dann Whisky eingefüllt, dann der Korken gesetzt, anschließend der Korkenverschluss, der auch noch festgestanzt wird. Im nächsten Kasten kommen die Etiketten – ein großes vorne, ein schmales hinten.
Was danach kommt, ist reine Handarbeit: Eine Tante faltet die Kartons, die nächsten beiden prüfen, ob alles gerade sitzt, und stellen die Flaschen hinein. Die nächste alte Tante und ich schließen die Kartons, der nächste packt sie in den Sechserkarton, eine klebt die Kiste zu, die nächste stempelt irgendwas drauf, der nächste setzt die Sechserkiste auf die Palette. Die wird dann noch verpackt – und raus geht’s aus der Halle. Insgesamt arbeiten mindestens zehn Leute an der Abfüllanlage.
Ob das in puncto Gewinnoptimierung sinnvoll ist, darf bezweifelt werden. Aber auch das zeichnet Springbank aus: Es ist kein Konzern, die Besitzer sind nach wie vor Nachfahren der Gründerfamilie Mitchell, und man hat ein ausgeprägtes soziales Bewusstsein. Als vor einigen Jahren Gavin McLachlan die Leitung übernahm, bestand das Team aus zehn Leuten. Heute arbeiten über 80 Menschen in der Brennerei. Schön zu sehen, dass es auch noch andere Modelle gibt als den stinkend faulen, parasitären Kapitalismus (sorry – so wurde mir das damals im Osten in der Schule beigebracht).
Nach dem Mittagessen fuhr uns Findlay Ross (der zweite Mann hinter Gavin McLachlan) mit seinem Privat-PKW zur Wasserquelle von Springbank. Es ist ein See namens Crosshill Loch. Wie in Kreuzberg sah es dort aber garantiert nicht aus: sehr idyllisch, etwas außerhalb der Stadt gelegen. Bei dem schönen, wenn auch kalten Wetter ein toller Anblick – tiefblaues Wasser, grüne Hänge, gelb blühender Ginster.
Dann stellte Findlay die entscheidende Frage: weiter an unserer letzten Station arbeiten oder ein Sherry-Tasting mit ihm machen? Ich habe mir die Antwort tiefgreifend und gründlich überlegt (etwa 0,001 Sekunden) und war mit Sherry einverstanden.
Die Sherryfässer liegen auf dem Gelände der Glengyle Distillery, also dort, wo Kilkerran hergestellt wird. Findlay zog mit dem Valinch aus den Fässern: Manzanilla, Fino, Oloroso und Pedro Ximénez (PX). Der Oloroso war derart dunkel und von extremer Viskosität, dass ich das Glas später erst einmal mit New Spirit aus der Brennblase ausspülen musste.
Nur kurz ging es noch einmal zum Pappschachtel-Schließen ans Fließband – kann man machen, muss man aber nicht oft. Man muss nicht viel denken, und es beruhigt die Nerven.
Dann endete der Arbeitstag ähnlich hart wie der vorige: Cadenhead Warehouse Tasting mit Mark Watt – und der hatte auch noch Geburtstag. Ich erinnere mich an einen Aultmore, einen Benrinnes 23y (durfte mit nach Berlin, genau wie der Kilkerran 2006), einen Paul John aus Indien, einen Tormore 30y, einen 89er Grain, einen Glen Scotia … vielleicht habe ich etwas vergessen, aber egal. Die Lampen waren bei allen an.
Wir kamen gerade noch rechtzeitig zum Dinner ins Dellwood Hotel. Abends ging es zu dritt ins Fiddler’s Inn, einen traditionellen Pub ganz in der Nähe. Aber auch an diesem Tag wurde nicht bis in die Puppen gefeiert: drei Bier, dann Zapfenstreich.
Nach dem Mittag stand die Campbeltown Walking Tour auf dem Plan. Ein Guide von Springbank führte durch die ehemalige Whisky Hauptstadt der Welt und zeigte wo die vielen Brennereien ungefähr standen. An einigen Stellen stand nicht viel anderes als Destillen. Zum Abschluss der Tour ging es in die Glengyle Distillery. Es war etwa um die Jahrtausendwende als die Scotch Whisky Association an die Campbeltowner Whiskybrenner trat und ihnen ankündigte, das die Region Campbeltown demnächst abgeschafft würde, schließlich sind 2 kleine Brennereien zu wenig um als Region zu gelten… (zum Vergleich : allein das Dorf Dufftown in der Speyside hat schon 7 Brennereien) Zum Glück gab es zu dieser Zeit aber in den Lowlands auch nur 3 Brennereien im Betrieb, so das man überein kam, mit Bau einer dritten Brennerei in Campbeltown den Status einer Region zu erhalten. Also rief der Familienpatriarch Hedley Wright den damaligen Manager Frank McHardy in sein Büro und gab ihn einen Auftrag : Frank, please build a new distillery… Es traf sich gut, das das Gelände der ehemaligen Glengyle Distillery (eine Ecke weiter als Springbank) noch immer im Familienbesitz war und in den letzten Jahrzehnten als Traktorgarage diente. …also Trecker raus, renoviert… gebrauchtes Equipment wie Malzmühle und Brennblasen besorgt und fertig ist die Laube… 2004 lief der erste Whisky der sich Kilkerran nennt, aus den Brennblasen. Der erste offizielle Standardmalt Kilkerran 12 Jahre kam 2016, bis dahin gab es jährliche Kostproben namens „Work In Progress“. Die Brennerei arbeitet nur 8 Wochen im Jahr und wird komplett von der Springbank Mannschaft bespielt.
Nach dem Stadtrundgang und Glengyle kam nun der letzte Punkt des Arbeitstages… und der gesamten Schule überhaupt… Zum erstem mal überhaupt konnten wir uns eine Flasche Springbank nach unserem eigenen Geschmack kreieren. Das alles machen die Leute von Springbank/Cadenhead zum allerersten mal, der Raum dafür roch noch nach Farbe, wenige Stunden zuvor wurden noch elektrische Leitungen verlegt… Spannung pur… Bereit standen 6 Fasssamples von Springbank : First Fill Bourbon, Refill Sauternes, Refill Rum, Refill Port, Refill Sherry und First Fill Sherry. Dazu auch 6 Kleinsamples zum probieren. Das Ergebnis wird dann in Messzylinder gemixt und letztendlich in die Flaschen gefüllt… mit Original Springbank Labeln und Namen des „Master“blenders.
…und damit sind wir beim letzten Schultag angelangt… er war sehr kurz deshalb wird er hier mit abgehandelt. Zum Frühstück musste nochmal früh aufgestanden werden. Der einzige offizielle Termin war zwar um 10:30 Uhr und lautete : Test, Prüfung, Abitur… Diplom… Professur… ok… ich neige manchmal zur Übertreibung… Es gab einige Seiten mit allmöglichen Fragen, die Antworten standen in dem Hefter, den wir am Anfang erhalten hatten und den ich nicht für nötig erachtet hatte mitzunehmen… Naja, so schwer war es auch ohne nicht, spicken und gemeinschaftlicher Austausch war nicht verboten. Dann kam Findlay Ross und die Fragen wurden gemeinschaftlich gelöst… war ja klar das es nur eine Formsache ist… Dann wurden die Diplome mit den Tags zuvor kreierten Springbanks überreicht. Gruppenfoto und Mittagessen (die jüngeren hatten noch keinen Appetit), dann kam schon der Abschied. Die Hälfte der Klasse fuhr schon von Springbank aus mit dem Auto Richtung Glasgow, Felix kam noch mit ins Hotel, reiste aber auch kurze Zeit später ab. Nur Sören und ich blieben noch über Nacht. Abends gingen wir zusammen essen, mehr lief den Tag aber nicht mehr… ich fing an diesem Tag an, diese Berichte zu schreiben, vorher ging das nicht, wie ihr euch das jetzt ja vorstellen könnt… und ich schreibe jetzt noch… morgen gehts weiter…
Diesmal wollte ich ein paar Stunden länger hier verweilen und mietete mich für eine Nacht im Rudha-na-Craige Hotel ein. Das Haus liegt am Ortseingang, hat 4 Sterne und war seinerzeit Tagesschnäppchen einer Onlinebuchungsseite. Als ich die etwa 15 min von der Bushaltestelle zurück gelaufen war, wurde ich herzlich empfangen. Hausherr Howard teilte mir mit das er mein Zimmer upgraded hat… warum auch immer… und so hatte ich eines der vornehmsten Zimmer die ich in Schottland je bewohnen durfte… mit tollen Blick auf Loch Fyne… für weniger Geld als ich für die Bruchbude in Campbeltown bezahlt hätte. Erstmal ging es aber in den Ort, es war schon nachmittags und ich wollte auf jeden Fall Castle und Gardens besichtigen, eventuell auch noch zu dem ominösen Wachturm auf den Berg dahinter. Das Castle, ein Bau aus dem 18. Jahrhundert ist noch heute Sitz der Dukes of Argyll, einem Zweig des Campbell Clans. Einen großen Teil des Schlosses kann man besichtigen. Als Potsdamer kenne ich ja Schlösser und Gärten ganz gut, anders ist nur das hier auch der Adel noch wohnt. Der Garten ist zum Teil eher Wald als Lustgarten mit einigen imposanten Bäumen, in ein bis zwei Monaten wird der Rhododendron das Farbkommando übernehmen… jetzt waren es noch die Osterglocken… allerdings bereits im fortgeschrittenen Zustand. So groß war das alles nicht, das Wetter war bis auf den eisigen, kräftigen Wind ok… also dann doch auf den Berg… der heißt übrigens Dun Na Cuaiche… gälisch für Napfberg… oder Schüsselberg. Der Wachturm wurde 1748 fertiggestellt… er ist also so alt wie das Schloss Sanssouci… aber das nur am Rande. Mit der Besteigung von größeren Erhebungen hatte ich bereits im September auf Arran Erfahrung als es auf den Goatfell ging, der ist 874 m hoch und ich war glaub ich 6 Stunden unterwegs, dieser Berg misst nur 348 m (allerdings von Null), in 40 Minuten war ich oben, mit hängender Zunge… ich dachte zwischendurch ich komme nie an… nach jeder Ecke vermutete ich den Turm… aber es ging immer weiter steil bergauf… Im Nachhinein habe ich gelesen, das der Weg gerade mal 2,5 km lang ist… eigentlich lächerlich… wenn man sportlich ist… Irgendwann stand der Turm… der auch gerade einmal vielleicht 10 m hoch ist… vor mir… Puh… Die Aussicht entschädigte aber auf jeden Fall den Aufwand. Super Blick über Schloss und Ort Inveraray und die bergige Gegend der schottischen Westküste, auf manchen Gipfeln lag noch Schnee… der Wind blies mich allerdings fast wieder runter… also nach ein paar Minuten zurück… bergab geht bekanntlich einfacher.
Dann die Überlegung… etwas essen, paar Bier trinken, klar. Der Ort ist allerdings annektiert von überwiegend britischen Touristen im Seniorenalter… nicht das ich da etwas gegen hätte, aber ich hatte ja auch noch dieses fast royale Hotelzimmer und immer noch reichlich Sachen zu schreiben… also heute mal was ganz verrücktes: In den Supermarkt paar Würstchen, etwas Krautsalat und paar Punk IPA eingekauft und zum ersten mal in der Historie meiner Schottlandreisen (diese ist No.16) ging es abends nicht ins Pub sondern ich blieb im Hotel, schaute auf Loch Fyne, schrieb an diesen Bericht und machte es mir gemütlich… werde ich jetzt richtig alt ?… Egal… hat Spaß gemacht. Nächsten Morgen gab es ein gutes schottisches Frühstück und dann ging es mit dem Bus nach Glasgow. Dort gab es die ersten Wolken seit dem Ankunftstag, aber noch immer keinen Regen. Residenz war das Willows Hotel in der Renfrew Street, eine Straße die geografisch und taktisch gut liegt, auf der einen Seiten kurz zum Busbahnhof, zur anderen Seite zum Bon Accord. Nach der Nacht im Luxus wurde ich in Glasgow wieder auf den Boden der Realität geholt… aber das wusste ich vorher und für eine Nacht schlafen reicht es alle male… nur auf eigenes Bad legte ich Wert. Etwa 13:00 Uhr war Ankunft, das reicht jetzt nicht für sehr große Unternehmungen, also wählte ich einen Spaziergang durch die Stadt zur Drygate Brauerei, welche unmittelbar neben der großen Tennants Brauerei liegt.
Die Craftbiere von Drygate hatten wir im Offside auch schon im Aussschank, vielleicht erinnert sich noch jemand an das Bearface (?). Als ich dort ankam war ich überrascht, ein großes Visitorcenter mit Restaurant, Beerhall, Shop und…und…und…vor allem sehr gut besucht, zeitweise hätte ich mich auch im Prenzlauer Berg wähnen können, viele bärtige Papas mit kleinen Kindern, ich hätte beinahe keinen Platz bekommen… und das Sonntag Nachmittag. Ein Burger und zwei Seven Peaks IPA später ging es zurück Richtung Hotel, vorher etwas durch die Innenstadt geschaut, Sonntag spielt da keine Rolle, fast alle Kaufhäuser und Läden hatten bis 18:00 Uhr geöffnet… jeden Sonntag übrigens. Gegen 20:00 startete ich denn die letzte offizielle Unternehmung dieser Reise… und damit endeten schon etliche… Einkehr in die beste Whiskybar Glasgows… das ist für mich das Bon Accord. Dort war wie im Offside ja auch öfters… Sonntags tote Hose, aber das war ok, ein paar Guinness und ein letzter Dram… und zurück ins Hotel und die letzte Nacht in Schottland wird geschlafen. Am nächsten Morgen ging es zurück nach Berlin… ohne besondere Vorkommnisse.

