Tag 1 – …auf ins gelobte Land…

McLarsen live aus Schottland

Schottland ist von der Fläche her etwas größer als Bayern, etwas kleiner als Tschechien und hat etwas weniger Einwohner als Berlin ind Brandenburg zusammen. Ich war jetzt glaube ich 8 mal in Schottland und habe immer noch lange nicht alles gesehen, nein ich bin davon noch sehr weit entfernt… und das ist auch gut so (wie man in Berlin gelegentlich sagt). Meine Reise in diesem Jahr hat zwei Schwerpunkte, die in der Beliebtheitsskala ziemlich weit oben stehen : Skye und Mull. Beides sind Inseln an der Westküste in den inneren Hebriden, alles andere als Flachland und landschaftlich und geschichtlich höchst interessant. Meine bisherigen Reisen drehten sich überwiegend um das Thema Whisky. Auf Skye und Mull gibt es nur je eine Distillery, diese werden natürlich besucht, aber das Thema Whisky steht diesmal nicht im Vordergrund. Ich möchte mich von Land und Leuten einfach treiben lassen. Zum Abschluß der 14 Tage geht es dann noch kurz zu einem Abstecher nach Dufftown zum Speyside Autumn Festival. Dort wird es dann freilich etwas konzentrierter um das Wasser des Lebens gehen.
Vor einem halben Jahr wurde alles geplant, gestern nun ging es los. Um 07:05 startete in  Berlin Tegel via London die Reise nach Inverness. Die Stadt im Norden Schottlands schien mir strategisch am günstigsten, der Weg nach Skye ist etwa 3 Stunden und von Dufftown zurück nur etwa eine Stunde. Das Wetter in Berlin war zu der Zeit außergewöhnlich heiß, über 30 Grad zu Mitte September ist schon ungewöhnlich. Auf allen bisherigen Schottlandreisen war mir das Wetter stets hold und nicht selten brachte ich einen Sonnenbrand mit zurück. Nach der Landung in Inverness hieß es diesmal allerdings Jacke raus und Mütze auf, schottisches Wetter eben. Ich nahm meinen Mietwagen in Empfang und ab ging es Richtung Skye. Die Rute ging über die Kessock Bridge bei Inverness, einem durchaus eindrucksvollem Bauwerk, welches vom deutschen Architekten Hellmut Homberg in den späten 1970ern entworfen wurde. Da ich es nicht eilig hatte, hielt ich öfters mal unterwegs an, um ein paar Schnappschüsse in der Landschaft zu machen. Auch an den Rogie Falls, einem schönen Wasserfall wurde kurz pausiert.

Rogie Falls

Während des Streckenverlaufes wurde die Straße öfters mal Single Track Road, was schon überraschen kann, wenn man gerade nicht damit rechnet. Insgesamt war es eine gemütliche Fahrt und kurz vor der Skye Bridge klarte der Himmel auf und ich wußte…, klappt schon wieder mit dem Wetter…

Skye aus der Ferne

Häufig habe ich schon gehört, das Skye unter den zahlreichen Perlen schottischer Landschaften ein besonderes Juwel sein soll, die Schotten selbst sagen das auch… Bereits von weitem konnte ich dieses auch erahnen. Berge, die wie aus dem Nichts mit 700 – 1000 m aus dem Meer ragen kennt man ja von der gesamten Westküste, die von Skye wirken vom weiten etwas größer und von den Formen teils bizarrer. Nährt man sich der Hauptstadt Portree, sieht man von der Distanz den Old Man of Storr, die wohl bekannteste geologische Ausnahmeerscheinung der Insel.

The Old Man of Storr & Portree aus der Ferne

Als Unterkunft dient mir das Culbeg House, 10 min Fußweg vom Ortskern entfernt. Bereits im März waren sämtliche zentralere Unterkünfte bereits ausgebucht, so heißt es also immer etwas laufen nach dem Bier. Die Unterkunft ist sehr gepflegt, das Einzelzimmer hat eine ausreichende Größe und das wirklich tolle Badezimmer liegt separat 1,5 m durch den Flur, ist aber exklusiv für dieses Zimmer.
Als ich gestern hier eintraf, hatte ich erstmal etwas Hunger. Leider gab es nicht viel Auswahl zwischen Mittagessen und Abendbrot, also erstmal in den Supermarkt und ein Sandwich auf die Hand. Was mir in Portree sofort aufgefallen ist, sind die vielen Touristen, abgesehen von Edinburgh war ich diese in Schottland bislang nicht in dieser Menge gewohnt. Vor dem Youth Hostel standen mindestens 30 Asiaten mit Koffer und auch so hört man allmögliche Sprachen auf der Straße. Am frühen Abend gelobte die einsetzende Dämmerung einige schöne Fotomotive, die ich dann auch noch schnell einfangen konnte.

Twilight Portree 1

Twilight Portree 2

Danach gab es noch Bier und einen dram in der Merchants Bar und ich stellte fest, das ich für den Tag genug hatte. Zuhause geb es noch einen leckeren Talisker von 1974 und dann ging es ab ins Bett. Das Culbeg House ist übrigens sehr hellhörig, als ich meinen später kommenden Zimmernachbarn später furzen hörte, überlegte ich mir kurz konter… ähmn nein, der hatte bestimmt Spaß mit meiner Schnarcherei…

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.