Monat: November 2022

McLarsen in West-Irland: Limerick, Dingle, Moher (November 2022)

Tag 1 – Anreise / Limerick: Das letzte mal das ich ein Flugzeug betreten habe war vor genau 3 Jahren und ein paar Tagen… ich war mit meinem Freund André in Donegal und da das so schön war beschlossen wir auf der Stelle das jetzt jedes Jahr zu machen… jedes Jahr eine andere Ecke der grünen Insel, 3 Übernachtungen und mit dem Mietauto durch die Landschaft düsen… abends natürlich die irische Gastronomie geniessen. Dann kam bekanntlich Corona und die Veranstaltung wurde aufs Eis gelegt… bis zum Freitag dem 25.11.2022 an dem die Irish Discovery Tour wieder ins rollen kam… diesmal mit einem Reisebericht der aber erst nach der Rückkehr nach Berlin begonnen wurde, denn wenn man zu zweit unterwegs ist und ständig auf Achse… fehlt einfach die Zeit. Nachdem es beim letzten mal in den Norden des Landes ging, war diesmal der Westen und Südwesten an der Reihe… mit Residenzstadt Limerick. Limerick ist mit 56.000 Einwohnern nach Dublin, Cork und Galway die viertgrößte Stadt Irlands. Sie liegt unweit der Mündung von Irlands größtem Fluß Shannon ziemlich weit im Westen der Insel. Der Shannon ist mit seinen 370 Kilometern sogar der längste und wasserreichste Fluß Irlands UND der britischen Inseln überhaupt… Limerick selbst ist sicher nicht die Perle der irischen Städte… historische Sehenswürdigkeiten sind eher rar… aber die Stadt ist sehr lebendig und überrascht vor allem abends… wie sich später herausstellen sollte.

Der Shannon in Limerick
King John’s Castle
Local Heroes: The Cranberries

Dazu mußten wir aber erstmal hinkommen… also ab zu meinem ersten Besuch des berühmten Flughafens BER… mit dem FEX (Flughafenexpress) vom Gesundbrunnen bis zum BER: 5 Minuten Fußweg zum Bahnhof, 26 Minuten Fahrt und schon ist man quasi im Terminal… das wäre früher zum deutlich nähergelenenem Flughafen Tegel kaum möglich gewesen sein (an die ganzen Schreihälse von damals gerichtet, die den unbedingt behalten wollten… nur weil man damit seinerzeit Stimmung machen konnte…)
André der nach wie vor in Potsdam, der Stadt in der wir beide aufgewachsen sind lebt und ich trafen uns dort und ab ging es um 10:20 Uhr mit Air Lingus Richtung Dublin. Dort ging es um etwa 12:30 Ortszeit dann mit dem Mietwagen weiter Richtung Limerick… etwa 200 Kilometer… gut zwei Stunden zu fahren. Wir verabredeten das wir uns mit dem Fahren täglich abwechseln und André machte den Anfang. Kurz nach 3 waren wir da und checkten im Hotel Old Town Quarter ein, einem sehr jungen und modernen Hotel für knapp 50€ pro Nase pro Nacht mit ordentlichem Frühstück… da isses dann auch wieder, des größte Berliner Kompliment was es gibt: Kannste nich meckern. Das Old Town Quarter hat natürlich auch Gastronomie und laut Bilddaten stand das erste Guinness um 16:04 Uhr auf dem Deckel.

Erstes Doppelselfie in der Treaty City Brewery
Alt & Neu - Treaty City Brewery

Auch wenn Irland eine Stunde hintendran ist, setzte langsam die Dunkelheit ein und wir machten unsere ersten Erkundungskilometer in der Dämmerung und im Dunklen… und exakt damit gefiel uns die Stadt mehr als die nächsten Tage immer wieder mal im Hellen. Es gibt ein King John’s Castle, eine St.Mary’s Cathedral und natürlich den Shannon, der dort schon eine amtliche Breite hat und von einigen Brücken überspannt wird. Die erste gastronomische Station war in der Treaty City Brewery, einer jungen Craftbeer Brewery wie sie mittlerweile fast überall auf der Welt stehen könnte. Es gab 6 verschiedene Biere von denen wir je zwei verschiedene probiert haben und sie alle für gut befanden. Die Location bietet einen wunderbaren Mix aus alter Gebäudestruktur und modernen Anlagen… sehr zu empfehlen. Diese Brauereigaststätte mag eine der jüngsten der Stadt sein… Zeit für die älteste: JJ Bowles… seit 1794… auf der anderen Shannon Seite direkt an dessen Ufer gelegen.

In der ältesten Spelunke Limericks...
...mit Mega Aussicht...

Es war nicht ganz einfach sich am Freitagabend da durchzukämpfen, aber am Ende des Pubs gab es einen fantastischen Aussenbereich welchen wir auch Ende November gerne nutzten… direkt am Shannon neben einer Brücke mit Blick auf King John’s uns St.Marys. Für ein zweites Bier war es zu voll also gingen wir weiter auf der gleichen Riverside und entdeckten eher zufällig The Curragower… ein auf Seafood spezialisiertes Restaurant mit ebenfalls großem Aussenbereich… und dieser war dann richtig genial… man sitzt kurz vor Weihnachten draußen am Fluß, beobachtet das Treiben der Stadt und schlürft ein gepflegtes Guinness dazu… einer der größten Wohlfühlmomente dieser Tour.

...auch auf der anderen Seite der Brücke hübsch anzusehen... die Stadt Limerick...
...noch besser mit einem Getränk der Wahl... Curragower

Nach zwei Pints ging es dann wieder auf die andere Seite des Flusses und wir kehrten in Flannerys Bar ein… gut gefüllt mit überwiegend älteren Locals welche sich scheinbar jeden Freitag dort treffen weil dann Livemusik ist. Ziemlich beeindruckend war für mich die Auswahl irischer Whisk(e)ys… unter anderem von Redbreast. Zum Abschluß ging es dann in Mickey Martin’s Pub wo das Publikum eher jung, laut und auch nicht mehr ganz nüchtern war… selbstkritisch beurteilt waren wir das natürlich auch nicht mehr… so ging es dann auch langsam in unsere Gemächer zur mittlerweile völlig verdienten Nachtruhe.

Erithacus rubecula
Full Vegetarian Irish Breakfast... Mahlzeit...

Tag 2 – Einmal Dingle und zurück: Nach einem amtlichen vegetarischen Irish Breakfast sattelten wir die Hühner und ritten gen Westen. Den ersten Stopp Richtung Halbinsel Dingle hatte André auf der Karte entdeckt. Die Ortschaft heißt Glin und liegt am Shannon. Dort ging es etwas am Ufer entlang, dann durch den Ort… es gibt die Reste eines Castles welches im späten 18. Jahrhundert durch einen Neubau ersetzt wurde und heute noch bewohnt ist und auch als Luxushotel existiert… das war uns zu edel und wir fuhren weiter zum nächsten Castle: Carrigafoyle Castle. Die Burg wurde kurz vor 1500 auf einer Ausbuchtung im Shannon errichtet und war quasi die Wache des Flusses… auch für die nicht weit entfernte Stadt Limerick. In einer Belagerung Ostern 1580 fiel die Burg und die invasiven Engländer passierten den Shannon gen Inland. Seitdem wurde die Burg sich selbst überlassen und ist heute frei zu besichtigen… sogar ohne Eintritt.

Old Castle of Glin
Carrigafoyle Castle
Der runde Turm von Rattoo

Ein ähnlich vergessener Ort war der nächste: der runde Turm von Rattoo, eine selten gut erhaltene Art von frühchristlichen Glockentürmen… das Kloster und die Kirche gibt es längst nicht mehr, der Turm ist gut erhalten und wird derzeit restauriert, daher ging es auch nicht direkt aufs Gelände. Ich mußte an Rapunzel denken als ich den Turm sah. Danach ging es via Tralee weiter zur Halbinsel Dingle und deren gleichnamigen Hauptort. Das pittoreske Städtchen mit etwa 2000 Einwohnern plus einer nicht unerheblichen Menge von Touristen hat uns sehr gut gefallen… wenn es nicht so abgelegen wäre, könnte man darüber nachdenken einmal für längere Zeit zu kommen. Es gibt bunte Häuser, viele Läden und Pubs und einen Hafen. Dingle steht seit einigen Jahren auch für Whisky… leider hatte die Brennerei gerade geschlossen.

In der Stadt Dingle...
...mit netten Details in den Schaufenstern...

Nach der Visite der Stadt ging es immer an der Küste entlang den Slea Head Drive im Uhrzeigersinn einmal um den westlichen Teil der Halbinsel. Entlang dieser engen und kurvigen Berg- und Talbahn gibt es viele archiologische Sehenswürdigkeiten, die allerdings fast alle saisonal geschlossen waren. Etwa in der Mitte des Rundweges hielten wir bei Dunmore Head, dem westlichsten Punkt Irlands und Europas. Das Wetter war noch trocken aber der Wind war sagenhaft… gut auch am Wellengang zu sehen. Keine gute Idee war es von André dort zu pinkeln… Vor drei Jahren besuchten wir übrigens den nördlichsten Punkt Irlands besucht: Malin Head… nun brauchen wir nur noch Osten und Süden…

Dunmore Head von Weitem...
...Sturm ist wenn die Schafe keine Locken haben...

Wir hielten noch ein paar mal an aber da es bereits dunkel wurde machten wir uns dann auch langsam auf den Rückweg… das waren ja auch noch fast 80 Kilometer… es fing an zu regnen und als wir dann zurück waren war ich als Fahrer dann auch zufrieden. Nach kurzer Pause ging es dann zurück zur gastronomischen Szene Limericks. Die Auswahl des indischen Restaurants in dem wir essen waren nenne ich mal unglücklich… die Orte zur Einnahme flüssiger Nahrung waren dann deutlich besser… wenngleich auch rappelvoll. Da auch noch ein größeres Rugby Derby in der Stadt war und die Iren sowieso Weltmeister im Feiern sind, war in den Bars der Stadt Ausnahmezustand. Den Anfang machte wieder eine Craftbier Brauerei: Crew Brewing Co. Wir probierten vier verschiedene 0,3er Biere und waren wieder sehr zufrieden mit der Auswahl. Danach waren wir in Jerry Flannery’s Bar und in Tom Collins Bar… in beiden konnte man nicht umfallen, so voll war es. Da wir aber auch mal wieder sitzen wollten entschieden wir uns an- und abschließend für den Laden in unserem Hotel, dem Old Town Quarter. Dort war zwar auch reichlich Remmidemmi aber wir hatten einen kleinen Tisch mit Ausblick auf die feiernde Meute und die Livemusik im Aussenbereich. So ließ es sich gut angehen und nach einer nicht unbeträchtlichen Menge von Getränken inklusive Sicherheitsbieren ging es dann gegen eins ins Bett… auch Tag zwei war ein sehr schöner Tag.

Programm bei Crew Brewing Co.
In Jerry Flannery’s Bar war es so voll das wir uns hinter einem Spiegel versteckten...

Tag 3 – Castles, Moher & Burren: Heute hatte André Autodienst und es ging von Limerick aus Richtung Nordwesten. Es war Sonntag und die Straßen herrlich leer… das Wetter war schön und die Temperaturen zweistellig. Erster Halt war das Bunratty Castle. Der heutige Bau stammt größtenteis aus dem 14.Jahrhundert, die Besitzer änderten sich häufig… unter anderem wurden von den englischen Besatzern bewußt Protestanten angesiedelt. Nach starkem Verfall wurde das Gebäude in den 1950er- und 1960er Jahren restauriert und dient heute als Museum mit angrenzenden künstlich historischen Anlagen. Eintritt 20€ war uns zu viel und so machten wir nur von außen ein paar Fotos. Die nächste Burg wollte ich kennenlernen weil es eine gleichnamige Whiskymarke ist: Knappogue Castle. Vor ein paar Wochen erst hatten wir im Offside Whiskytasting eine ziemlich geniale Einzelfassabfüllung davon auf dem Tisch… dahinter steckte ein 27jähriger Bushmills. Leider stand nirgendwo geschrieben das das Castle und die Gärten nur bis Oktober für die Öffentlichkeit zugänglich sind… so standen wir vor verschlossenem Tor und mußten umständlich auf einer kleinen Single Track Road weiterfahren. Das nächste Ziel war eines der bekanntesten irischen Touristenattraktionen: Cliffs Of Moher.

Bunratty Castle
Knappogue Castle... aus der Ferne

Die zwischen 120m und 214m hohen Klippen gehen ziemlich senkrecht in den Atlantik welcher höchstselbst mit schäumender Gischt auf die Geologie dröhnt. Für Autofahrer kostet der Spaß 12€, für Fußgänger und Radfahrer nix. Es gibt ein hochmodernes Visitorcenter, in die Felsen integrierte Läden und gut ausgebaute Wege… zumindest bis zu einer gewissen Länge… danach sind es Trampelpfade die auch gut schlammig rutschig sein können… gleich neben einem ungesicherten langen Abgang. Da das Wetter (noch) gut war und Sonntag war es gut besucht, ich möchte aber nicht im Sommer dort sein wenn sämtliche Touristenmassen Irlands dorthin kommen oder mit Bussen angekarrt werden. Beeindruckend sind die Klippen durchaus… vor drei Jahren haben wir aber die Slieve League Klippen in Donegal gesehen… die sind sogar noch höher… aber dafür gratis und nahezu unbekannt.

Cliffs Of Moher...
...noch bei gutem Wetter...

Nach etwa 1,5 Stunden fuhren wir weiter an der Küste Richtung Nordosten, wo uns die nächten geologischen Kuriositäten erwarteten: Die Burren. Hiebei handelt es sich um eine Art Wüste von Kalksteinplatten welche in einem Gebiet von etwa 250 qkm in der Gegend rumliegen… statt Vegetation quasi. Leider änderte sich das Wetter gerade ziemlich entschieden, so das längere Fußwege nicht mehr möglich waren.

...nur nicht theatralisch im großen Rahmen ausrutschen...
Kalksteinwüste Burren

Wir wollten trotzdem noch 1-2 Sachen anschauen und steuerten gerade Poulnadrome Dolmen an. Die Straßen in dem Gebiet sind eng und kurvig… es fing an richtig böse zu schütten das die Sicht nicht mehr so doll war und André fuhr etwas zu schnell in eine scharfe Kurve und touchierte mit dem linken Vorderrad ein Stück Felsen was ganz schön gescheppert hat. Zum Glück war ein paar Meter weiter eine Art Parkplatz inmitten der Steinwüste und wir mußten feststellen das der Reifen die Aktion nicht überlebt hatte. So blieb uns nix anderes übrig als im größtem Gegallere das Reserverad aufzuziehen. Hinterher sahen wir aus wie begossene Pudel und waren komplett von oben bis unten naß… nun aber nachhause… und zwar so schnell wie möglich. Dort mußte ich erstmal meine Hose föhnen, André hatte den Trend zur Zweithose gerochen.

Reifenwechsel im Regen

Durch diese Aktion war bei uns etwas die Luft raus (haha…) und wir beschlossen den letzten Abend etwas ruhiger anzugehen. Essen gabs beim Asiaten um die Ecke (nach dem gestrigen indischen Reinfall ein kulinarisches Highlight) und Bier zuhause im Old Town Quarter und zwar bis die um 23 Uhr dicht machten. Der dritte Tag war nicht mehr 100% perfekt… dennoch hat es Spaß gemacht.

Tag 4 – Rückkehr mit Hindernissen: Nach dem Frühstück hatten wir eigentlich noch massig Zeit. Um 13:30 sollte das Auto zurück in der Europcar Bude sein, um 15:40 war Abflug angesagt. Wir dachten, dann schlendern wir noch etwas durch die Stadt… nach 20 Minuten war uns das zu blöd, denn so toll ist das da im Hellen nicht, also lieber doch schonmal nach Dublin, notfalls noch ein Airport Guinness. Also bugsierte ich den Wagen aus der Stadt und wir waren gerade 20 Kilometer auf der Autobahn unterwegs, als ich merkte das etwas mit dem Wagen nicht stimmt. Zum Glück gab es gerade eine Abfahrt mit Tankstelle. Dort angekommen trauten wir unseren Augen kaum: der nächste Plattfuß, diesmal hinten. Es muß wohl der Nagel gewesen sein der da im Profil steckte. Bekanntlich gibt es in jedem Auto nur ein Reserverad und die Warscheinlichkeit innerhalb von weniger als 24 Stunden zwei Reifenpannen zu haben hielt ich bis dato so warscheinlich wie einen Sechser im Lotto mit Zusatzzahl… wir hatten ein Problem, Dublin war noch über 200 Kilometer weg… ab jetzt ging unser Blick recht häufig auf die Uhr. Wir telefonierten mit der Autobude, die Verbindung war mies und unser beider Englisch ist eher mangelhaft… Irgendwann kam der Rückruf von der Bude und wenn wir die Kosten vorstrecken würden käme in den nächsten 40 min eine Art Pannenhilfe… ok… Hauptsache schnell… nach etwa einer Stunde kam er dann, zog einen neuen Reifen auf die Felge, André streckte die 150€ vor und weiter ging es… da aber das Reserverad von gestern auch keine Formel Eins Geschwindigkeiten zulies mußte ich sehen, das ich das Auto nicht dauerhaft über 100kmh fahre… blöd, wenn jede Minute zählt und der Verkehr um Dublin wurde voll und voller… nun gut, wir erreichten die Autobude… tanken schafften wir nicht mehr… wir brauchten noch einige Zeit die Schäden zu erklären und der Sportsfreund von Europcar hatte richtig die Ruhe weg… ich erklärte das bei uns jede Minute zählt und… ja… mit tanken hätten wir uns einen neuen Flug buchen müssen nebst einer Unterkunft bis zum nächsten morgen… aber wir kamen in letzter Minute an und waren dann erstmal (wieder) platt (haha, again).

Stilleben mit kaputtem Reifen und Nagel

Der Rückflug inklusive Bahnfahrt nachhause war dann wieder alles planmäßig und schon war unsere kleine Irlandreise zuende. Trotz der Pannen hat es wieder viel Spaß gemacht mit meinem besten und langjährigsten Freund zu verreisen (wir kennen uns seit 1975) und haben unterwegs schon über nächstes Jahr debattiert. Die Kosten waren in Ordnung, wir zahlten pro Person etwa 100€ für Hin- und Rückflug, etwas weniger für das Auto (derzeit sind die Preise diesbezüglich eher so das man klarstellen möchte das Auto nicht kaufen zu wollen…) das Hotelzimmer kostete mit Frühstück knapp 50€ pro Nase… man muß aber dazu sagen das es Ende November war. An dieser Stelle eine kurze Danksagung an meine liebe Frau welche in dieser Zeit leider krank im Bett lag… blöder Zeitpunkt für mich zum Verreisen… Danke auch dem Team Offside die in der Zeit helfen konnten. Zum Thema Reise war es das dann für 2022… im Januar gehts weiter… aber nicht so weit…

Über Dublin auf dem Rückweg

Die Jülicher Straße in Berlin Gesundbrunnen

In diesem Beitrag geht es um eine einfache, unspektakuläre Straße im Berliner Stadtteil Gesundbrunnen. Hier wurde keine Weltgeschichte geschrieben und Prominente wohnten auch eher woanders… die meisten kennen die Straße nur wenn man sie als Verbindungsstraße von der Bornholmer Straße (die wenige meter davor noch Osloer Straße heißt) zum Gesundbrunnencenter beschreibt. Ich selber wohne mittlerweile seit 21 Jahren hier und führe mit dem Offside (über das Lokal gibt es hier einen eigenen Artikel) ebenso lange eines der wenigen Geschäfte dieser Straße. Ich finde das sich diese Straße einen eigenen Artikel verdient hat… an dem wird übrigens immer weiter geschrieben, so bald es etwas Neues gibt… wer noch was weiß oder vielleicht sogar noch alte Bilder besitzt… gerne her damit…

Kurze Fakten : Die Jülicher Straße ist ca. 520 Meter lang, sie beginnt im Norden an der Bornholmer Straße und endet im Süden an der Behmstraße. Der Name Jülicher Straße wurde am 01.06.1910 verliehen. Jülich ist eine Stadt mit etwa 32.000 Einwohnern im Landkreis Düren in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit der Klever Straße handelt es sich um Städte die auf die Erweiterung des Kurfürstentum Brandenburg im 17. Jahrhundert hinweisen.

Die Straße ist im Westen mit der Eulerstraße, Klever Straße und Spanheimstraße verbunden und im Osten mit der Glücksburger-, Laböer- und Mönkeberger Straße. Die Nummerierung startet mit Nr. 1 im Nordwesten und endet entgegen dem Uhrzeigersinn gegenüber im Nordosten mit Nr. 30. Es gibt 31 Hausnummern… 4 mal gibt es Doppelnummern (2a, 3a, 6a, 9a) und die Nummern 18 und 19 sind nicht vergeben, an ihrer Stelle befinden sich Laubengärten der Kolonie Sandkrug.

Die Straße wird von 35 Bäumen (überwiegend Ahorn) gesäumt, welche zwischen 1945 und 2020 gepflanzt wurden… der Großteil der Bäume wurde 1960 gepflanzt.

Die Jülicher Straße hat insgesamt 34 Straßenlaternen. Bei 25 Laternen handelte es sich um Gas Aufsatzleuchten des Typs BAMAG U 7 welche seit Anfang der 1950er Jahre verwendet wurden. Im Oktober 2022 wurden die Lampen gegen elektrische LED Lichtmaste mit Ausleger ausgetauscht.

Derzeit (Stand 2022) befinden sich in der Straße folgende Geschäfte: Shell Tankstelle in #1; Ofensetzer Richter in #3; Offside Pub & Whisky Bar in #4; Senel Baugeschäft in #5; Shisha Bar und Mini Markt in #7; Hostel Hostello in #14; Ocak Hotel in #15; Campus Viva in #16-17; Spätkauf in #24; Jülicher Apotheke in #27; Stern Bäckerei in #28.

Straßenszene mit Ahorn und Gaslaternen 20.02.2010

Geschichte :

1865 : Die Bellermannstraße wird benannt.
1894 : Die Straße 8, Abt. XI wird Behmstraße benannt
1903 : Die Straße 1, Abt. XI wird Bornholmer Straße benannt.

Bebauungsplan von 1907

1907 : Die Anlegung einer Straße mit Arbeitstitel Straße 5a Abt. XI wird von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Dazu gibt es folgendes Schriftstück :

Vorlage zur Beschlußfassung betreffend die Anlegung der Straßen 5a, 10a zwischen Straße 10d und 5a, 10d und 10e in Abteilung XI des Bebauungsplanes und des südlichen Dammes der Bornholmer Straße zwischen Grünthaler Straße und Straße 51», sowie Erwerb von Straßenland zu den Straßen 5a, 10a und 10d im Wege der Enteignung.
Der Bebauungsplan für das nördlich der Bellermannstraße belegene Gelände ist mit Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung am 26. März 1906 festgestellt worden. Die Herstellung der darin vorgesehenen Straßen 10s, 10d, 10a, zwischen den Straßen 10d und 5a, sowie die Herstellung des südlichen Teiles der Bornholmer Straße zwischen Grünthaler Straße und Straße 5d Abteilung XI wollte nun die Norden-Terraingesellschaft m. b. H. auf ihre Kosten bewirken, wobei sie annahm, daß die Stadtgemeinde die Straße 5 a auf eigene Kosten anlege. Wir glauben allerdings nicht damit rechnen zu können, daß bei den bei dieser letzteren Straße besonders schwierig liegenden Eigentumsverhältnissen sowohl am Nord- als auch am Südausgange der Straße die Herstellung durch die Anlieger würde erfolgen können.
Auch rechtfertigt der Wert dieser Straße als Verkehrsstraße zwischen Swinemünder Brücke und Bornholmer Straße ihre Anlegung aus städtischen Mitteln, nur müßte die Norden-Terraingesellschaft entsprechend ihrem Interesse an der Ausschließung ihres von der Straße 5a durchschnittenen Geländes sich an den Kosten beteiligen. Auf dieser Grundlage haben wir mit der Gesellschaft verhandelt und folgendes Ergebnis erzielt:
1. Die Norden-Terraingesellschaft läßt uns das gesamte ihr gehörige Straßenland der Straße 5a von 6 766 gm Flächeninhalt unentgeltlich unter Verrechnung auf die künftig zu zahlenden Anliegerbeiträge auf. Sie verschafft uns auch die 615 gm große Landfläche, welche zur Anlegung der Straße von dem Engelschen Grundstücke — Band 23, Blatt Nr. 1 472 — erforderlich ist, dadurch, daß sie, entsprechend der von diesem Eigentümer für die Abtretung gestellten Bedingung, eine an der Ecke der Straße 5a und 2a belegenen 3 gm großen Fläche,
welche dem Engelschen Grundstück teilweise als Baumaske vorgelagert ist, dem Engel unentgeltlich übereignet. Die Gesellschaft zahlt außerdem entsprechend der Frontlänge, mit der sie an der Straße 5a liegt, 55 v. H. der tatsächlichen Kosten der Pflasterung, den Entwässerungsbeitrag und den Beitrag für die Kosten der Beleuchtungsvorrichtung alsbald unabhängig von der tatsächlichen Bebauung, sowie 55 v. H. der Landerwerbskosten für die beiden am Nordausgange der Straße 5a liegenden Grundstücke von Neustadt und Goldwasser, soweit sie in die Straße 5a fallen, immer jedoch unter Anrechnung auf die künftig fällig werdenden Anliegerbeiträge. Soweit die von den beiden letztgenannten Grundstücken zu erwerbenden Flächen vor der Straßenflucht der Bornholmer Straße liegen, trägt die Norden-Terraingesellschaft die Erwerbskosten ganz. Sie bedingt sich dabei aus, daß, falls die Stadtgemeinde verpflichtet wird, die eben erwähnten beiden Grundstücke ganz, d. h. auch die verbleibenden Restgrundstücke, zu übernehmen, ihr diese Restgrundstücke zu dem im Enteignungsverfahren und dem darauffolgenden Prozeßverfahren festgesetzten Preise übereignet werden. Zur Anlegung der Straße 5a. die wir dann im nächsten Etatsjahr anlegen müßten, bedarf es nun noch des Erwerbes einer etwa 4 541 gm großen Fläche des am Südausgange der Straße 5a belegenen Geländes der Wollankschen Familienstiftung, sowie der mehr erwähnten etwa 821 gm und 207 gm großen Flächen von den am Nordausgange der Straße 5a belegenen Grundstücken von Neustadt und Goldwasser. Der freihändige Erwerb der der Wollankschen Familienstiftung gehörigen Fläche kann nicht in Aussicht genommen werden, da die Stiftung statutenmäßig freihändig nur zu einem Preise von 1000 Mark für die Quadratrute verkaufen darf, ein Preis, der im Enteignungsverfahren voraussichtlich nicht zugebilligt werden wird. Die sonst geforderten Preise von 1100 Mark für die Quadratrute des Goldwasserschen Grundstücks und von 80 000 Mark für das Neustadtsche Gelände erscheinen uns gleichfalls unannehmbar. Wir haben daher den Erwerb dieser Flächen im Enteignungsverfahren in Aussicht genommen. In diesem Verfahren wird auch die vorübergehende Beschränkung der angrenzenden Grundstücke durch Anlage von Böschungen für den Straßenkörper der hochliegenden Straße 5a beantragt werden müssen, wenn der Widerspruch gegen diese Anlagen sich nicht in den hierüber schwebenden Verhandlungen beseitigen lassen sollte. Die freiwillig abtretenden Anlieger haben sich zur Duldung der Böschungen bereit erklärt, die Norden-Terraingesellschaft hat sich verpflichtet, die für die Beschränkung zu zahlenden Entschädigungen zu tragen.
2. Das Straßenland der Straßen 10s, 10a zwischen Straße 10d und 5a, und der Straße 10d wird uns teils von der Norden-Terraingesellschaft teils von den Anliegern unentgeltlich zur Verfügung gestellt, nur die von dem Grundstücke Band 24 Nr. 1263 zur Anlegung der Straße 10s erforderlichen Fläche von ca. 513 gm Größe und die von dem Gelände der Wollankschen Familienstiftung erforderlichen
a) an der Einmündung der Straße 10 d in die Bellermannstraße und
b) an der Einmündung der Straße 10« in die Straße 5 a belegenen Flächen von zirka 46 und 416 qm Größe sind auf dem Wege gütlicher Einigung nicht zu erlangen und zwar die von Band 24 Nr. 1263 zu erwerbende Fläche wegen der mit Rücksicht auf eine grundbuchliche Verpflichtung unannehmbar erscheinenden Preisforderung von 12 840 Mark, die von der Wollankschen Stiftung wegen der bereits erwähnten für alle Wollankschen Terrains gleichmäßig hohen Mindestpreisforderung von 1000 Mark pro Quadratrute.
Die Norden-Terraingesellschaft bittet daher, auch diese Flächen auf ihre Kosten zu enteignen.
Zur Erfüllung der von ihr bezüglich der zu enteignenden Flächen übernommenen Verpflichtungen will die Gesellschaft alsbald die Summe von 100000 Mark bar bei der Stadthauptkasse einzahlen, aus welcher alsdann die jeweilig fällig werdenden Beträge zu ent-
nehmen sind. Schließlich verpflichtet sich die Gesellschaft noch, das Straßenland zu den Straßen 10b, zwischen den Straßen 5a und 5d, und 5b zwischen der Straße 10b, und Bornholmer Straße unentgeltlich an die Stadtgemeinde aufzulassen oder soweit ihr dies Land nicht gehört, das unentgeltliche Eigentum daran nötigenfalls durch Enteignung der Stadtgemeinde zu verschaffen und beide Strecken bis zum 1. April 1910 auf ihre Kosten anbaufähig herzustellen.
3. Sie bedingt sich andererseits noch aus, daß die 112 qm große Fläche an der Ecke der Straßen 10a und 5a, welche der Stadtgemeinde Berlin im August 1875 zur Freilegung der Straße 10 Abteilung XI (jetzt Straße 10a Abteilung XI) unentgeltlich ausgelassen worden ist, nunmehr aber nach Verschiebung der Fluchtlinie zu Straßenzwecken nicht mehr gebraucht wird, unentgeltlich an sie ausgelassen werde. In Übereinstimmung mit unserer Tiefbaudeputation glauben wir diese Regelung als für die Stadtgemeinde vorteilhaft empfehlen zu sollen und beantragen daher zu beschließen:
Die Versammlung ist damit einverstanden, daß
1. die Straße 5a im nächsten Etatsjahr unter den in dieser Vor lage genannten Bedingungen angelegt wird und daß zu diesem Zwecke die von der Wollankschen Familienstiftung am Südausgange der Straße 5a und von den Eigentümern Goldwasser und Neustadt am Nordausgange der Straße 5a abzutretenden Flächen im Enteignungsverfahren erworben werden.
2. die von dem Wollank’schen Gelände
a) an der Einmündung der Straße 10d in die Bellermannstraße zur Straße 10d,
b) an der Einmündung der Straße 10s in die Straße 5a zur Straße 10s und die von dem Grundstücke Band 24 Nr. 1263 zur Anlegung der Straße 10s noch erforderlichen Flächen auf Kosten der Norden-Terraingesellschaft ebenfalls im Enteignungsverfahren erworben werden, und
3. die der Stadtgemeinde gehörigen, an der Ecke der Straßen 10a und 6a gelegenen 112 qm ehemaliges Straßenland der Straße 10 unentgeltlich an die Norden-Terraingesellschaft aufgelassen werden.“
Da die Norden-Terraingesellschaft und der Eigentümer Engel, der zirka 615 qm zur Straße 5a unentgeltlich abtreten will, sich nur bis zum 1. Januar 1908 an ihre Erklärungen haben binden wollen, so ersuchen wir um möglichste Beschleunigung der Beschlußfassung.

150 Pläne liegen bei.
Berlin, den 15. November 1907.
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt.
Kirschner.

1910 : Die Straße 5a Abt. XI wird Jülicher Straße benannt. Im gleichen Jahr erhalten Euler- und Spanheimstraße ihre Namen, 1911 folgen Glücksburger- und Sonderburger Straße, 1927 mit Laböer- Ellerbecker- und Mönckeberger Straße die übrigen Straßen die an die Jülicher Straße grenzen bzw. in der Nähe sind.

Die Häuser Jülicher Straße 1 (heute Tankstelle) und Jülicher Straße 4 werden als erste Häuser der Straße fertiggestellt.

Jülicher Straße 1-2 Anfang der 1930er Jahre. Beide Häuser wurden in Krieg zerstört.
Jülicher Straße 4 (Foto von 1942)

1911 : Fertigstellung von Haus Nr. 30 (damals Nr. 28)

1912 : Fertigstellung von Haus Nr. 5

1913 : Fertigstellung von Haus Nr. 8

Jülicher Straße 28 (heute 30) Ecke Bornholmer Straße um 1914 (Sammlung Schmiedecke)

1924 : Fertigstellung von Haus Nr. 7 durch die Reichsbank Berlin.

1925 : Fertigstellung von Haus Nr. 14 (Sportkasino von Norden-Nordwest)

Fußballspiel im Hertha Stadion 1924. Im Hintergrund der Bau des NNW Kasinos sowie das Haus Jülicher Straße 8 (rechts)
Jülicher Straße 6 und 6a Ecke Klever Straße Anfang der 1930er Jahre

1927 – 1930 : Die Gesellschaft für Bahnen und Tiefbauten (Vorgänger der heutigen Gesobau AG) errichtete Wohnhäuser im zeitgenössigen Stil in der Jülicher Straße (Ostseite) (10 Aufgänge), Mönkeberger Straße (1 Aufgang), Laböer Straße (4 Aufgänge), Glücksburger Straße (8 Aufgänge), Bornholmer Straße (4 Aufgänge), Sonderburger Straße (6 Aufgänge), Eulerstraße (2 Aufgänge) und Jülicher Straße (Westseite) (2 Aufgänge). Ursprünglich sollte Richtung Osten weiter gebaut werden aber Weltwirtschaftskrise und Krieg verhinderten das. An dieser Stelle ist die Kolonie Sandkrug v. 1925.

1927 : Fertigstellung der Häuser 6 und 6a durch die Gemeinnützige Märkische Baugenossenschaft.

Fertigstellung der Häuser Nr. 20, 21, 22 und 23.

Geplante Bebauung des Areals auf einem Plan von 1914
Die Jülicher Straße mit Blick zur Mönckeberger Straße mit Tram Oberleitung… 1930er Jahre
Müllkippe Ellerbecker Straße mit Blick auf Jülicher, Mönkeberger, Klever und Laböer Straße. Rechts die Rückansicht von Jülicher Straße 20-23. Foto von 1934 (Landesarchiv Berlin)

1928 : Fertigstellung der Häuser Nr. 24, 25, 26 und 27.

1930 : Fertigstellung der Häuser Nr. 3, 3a, 27 und 28.

Jülicher Straße 3 und 3a Ecke Eulerstraße Anfang der 1930er Jahre

1939 : Fertigstellung der Häuser Nr. 9 und 9a durch die Reichsbank Berlin.

1941-1945 : Die Gegend um den Bahnhof Gesundbrunnen wurde im Krieg stark beschädigt. Viele Luftangriffe galten den Industriestandorten in der Brunnenstraße. Der Hochbunker mit Flakturm am Volkspark Humboldthain zog die Zerstörungen ebenfalls an. Viele Gebäude wurden zerstört und später durch Neubauten ersetzt. Die Jülicher Straße kam vergleichsweise glimpflich davon. Nur die Häuser Nr. 1 und 2 wurden Opfer des zweiten Weltkriegs. Auf den Grundstücken der zerstörten Häuser befand sich viele Jahre ein Gewerbehof für Brennstoffe, also Kohlen und Heizöl… aber auch ein Fuhrunternehmen der Brennstoffhändlerin Käthe Heinrich und ein Stand für Obst und Gemüse. In den 1970ern wurde eine Shell Tankstelle eröffnet und in den 1990ern wurde ein neues Wohnhaus auf der Fläche errichtet.

1963 : Der Wohnblock mit den Hausnummern 10, 11, 12 und 13 wird fertiggestellt. Bauherr war Willi Laser.

1988 :  Neubau der Häuser Jülicher Straße 2-2a 

Schebera Sportplatz mit Restaurant 1935
Das NNW Kasino war viele Jahre Geschäftsstelle von Hertha BSC… mit Restaurant und Kegelbahn. Foto von 1972
Aufnahme von 1978… offensichtlich seinerzeit Einbahnstraße
Ruine des ehem. NNW Kasinos Jülicher Straße 14 anno 2009

1990er – 2000er Jahre : Beginn eines Hotelneubaus im Südosten der Straße neben dem Sportkasino der Jülicher Str. 14. Der Investor ging in Insolvenz und der begonnene Bau blieb viele Jahre als Bauruine stehen. Das Kasinohäuschen gehörte zum Objekt und verfiel zunehmens. 1997 eröffnete das Gesundbrunnencenter, welches die Gegend deutlich aufwertete. 2001 wurde die Ringbahn mit der Station Gesundbrunnen wiedereröffnet. 2006 folgte dann der Nah- und Fernverkehr im Bahnhof Gesundbrunnen. Seither gilt die Gegend als sehr attraktiv und verkehrsgünstig.

Restauriertes ehem. NNW Kasino mit Hotelneubauten 2018

2014-2017 : Instandsetzung des ehemaligen Kasinos von Hertha und NNW (Jülicher Str. 14) als Hostel. Fertigstellung der Gebäudeblöcke Jülicher Straße 15 als Hotel und Jülicher Straße 16-17 als Studentenapartments.

2015 wird das Kopfsteinpflaster der Straße durch Asphalt ersetzt, es bleiben nur die Parkhäfen erhalten. Im Anschluss an die Straßenbauarbeiten wurde die Jülicher Straße für gut 2 Jahre zur Einbahnstraße. Die nahe Bösebrücke wurde saniert und der gesamte West-Ost Durchgangsverkehr wurde durch Jülicher Straße, Behmstraße und Malmöer Straße umgeleitet. 2018 wurde die Straße erneut aufgerissen… die Wasserleitungen wurden erneuert. 2020 fanden erneut Bauarbeiten statt, dieses mal waren die Stromleitungen dran…

Blick von der Spanheimstraße auf die Baustelle von Hotel und Campus mit dem alten Kopfsteinpflaster. Januar 2015
Entfernung des Kopfsteinpflasters 19. März 2015
Asphaltierung 14.04.2015

2022: Seit 01.10.2022 ist die Jülicher Straße Teil der Parkraumbewirtschaftung im Ortsteil Gesundbrunnen. Sie ist Teil der Zone 82 welche durch Badstraße, Schwedenstraße, Osloer Straße, Bornholmer Straße und den Bahnanlagen der Nord-Südbahn sowie des S-Bahnrings begrenzt wird.

Flyer zur Ankündigung der Parkraumbewirtschaftung (Mitte 2022)

Im Oktober 2022 wurden die alten Gaslaternen aus den 1950er Jahren gegen elektrische LED Lichtmasten mit Ausleger ausgetauscht.

…Beitrag wird fortgesetzt…

Austausch einer Gaslaterne vor dem Haus Nummer 4
Montage einer neuen Straßenlaterne am 11.10.2022